Michael Köhlmeier

Dornhelm

Roman einer Biografie
Cover: Dornhelm
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2025
ISBN 9783552075221
Gebunden, 288 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Alles fing an mit Grace Kelly. Sie sprach den Off-Text zu Robert Dornhelms erstem Film, der 1977 für den Oscar nominiert wurde. Alles fing an in einem kleinen Haus, das Dornhelm für Michael Köhlmeier in Hollywood gemietet hatte, damit er Filmstoffe entwickle. Mehr als vierzig Jahre sind sie befreundet, der österreichische Regisseur mit rumänischen Wurzeln und der Schriftsteller. Jetzt haben sie sich 13 Tage lang Zeit genommen, um einander ihre Geschichten zu erzählen, Geschichten zum Weinen komisch und zum Lachen traurig: über Herkunft und Ankunft, über Kapitalisten und Kommunisten, über schöne Mütter und abwesende Väter und immer wieder über Filme, Schauspielerinnen, Bücher. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2026

Der Regisseur Robert Dornhelm ist nicht nur Michael Köhlmeiers Titelfigur in diesem neuen Buch, sondern auch ein langjähriger Freund, erklärt Rezensentin Maria Wiesner. Gattungstechnisch ist das Buch gar nicht so leicht einzuordnen: Eine Biografie ist es nicht im klassischen Sinne, aber auch nicht ganz Roman, es ist dialogisch aufgebaut, immer wieder sprechen sich die Männer an und reden über Verbürgtes wie Erfundenes, lesen wir. Das Buch beginnt mit einer Anekdote zu Grace Kelly, die die Erzählstimme in Dornhelms erstem, oscarnominierten Film übernommen hat, so Wiesner: Sie wollte einen Film mit Roald Dahl als Drehbuchautor drehen, dessen Bedingungen zur Mitarbeit war, dass Dornhelm Kelly fragt, ob seine Ehefrau mal eine Affäre mit Gary Cooper hatte. Wie wir erfahren, geht es in den Gesprächen um Dornhelms rumänische Herkunft, das Filmbusiness allgemein, Fragen zur Kunst, aber auch Fantasiertes, das bisweilen an Pasolini erinnert. Die Verknüpfung von Filmszenerien, Gespräch unter Freunden und Bewusstseinsstrom ist für die Kritikerin Stoff für Legenden, wie sie abschließend betont.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.09.2025

Rezensent Oliver Jungen schwebt freudig durch diesen biographischen Roman über den österreichischen Regisseuren Robert Dornhelm. Die Basis dafür stellten zahlreiche Gespräche zwischen dem Regisseuren und dem überaus produktiven Köhlmeier, der bereits zwei Drehbücher für Dornhelm verfasste. In Köhlmeiers leichtfüßig-intellektuellem Stil liest Jungen von den ungarisch-rumänischen Wurzeln des Regisseurs, von seinem reichen Großvater und seinem inhaftierten, ihm fremd gebliebenen Vater. "Mündlich und assoziativ" verwebt der Text diese Erinnerungen gekonnt mit Überlegungen zu Dornhelms Ästhetik, der sich stets an einer Mischung aus Poesie und Dokumentation versuchte, erfährt Jungen. Unter den zahlreichen Anekdoten, die aus Dornhelm sprudeln, befinden sich laut Jungen auch weniger glaubwürdige, darunter die Begegnung mit einem echten Geist. Doch selbst die liest der Kritiker nicht als ehrliche Bekenntnisse, sondern als gut erzählte Legenden, die zur träumerischen, ihn an Fellini erinnernden Stimmung des Textes passen. 

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