Psalmen sind Gebete und Lieder - poetische Zwiesprache mit Gott. Uwe Kolbe taucht in seinem neuen Buch in die große Tradition der biblischen Psalmen ein und zieht dabei alle sprachlichen Register: vom Profanen bis zum Erhabenen, vom flotten Gesang bis zum Stottern, vom tiefen Ernst bis zum Spiel mit Klängen und Formen. Immer geht es dabei um das Leben im Hier und Jetzt in seiner ganzen Fülle: um die Liebe und die Schönheit der Natur, um den Zauber der Kunst, aber auch um Leere, Einsamkeit und Tod. Kein Vers ist hier von der sicheren Seite gesprochen. Das unterscheidet Kolbes Gedichte von dem Gottvertrauen der alten Psalmisten und macht sie für uns heute so lebendig und nah.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.10.2017
Wie ein Jazzer erscheint dem Rezensenten Johann Hinrich Claussen der Lyriker Uwe Kolbe in seinem neuem Band mit zeitgenössischen Psalmen. Denn Kolbe mixt die traditionellen Formen des biblischen Psalms mit modernen Rhythmen und "zeitgenössischen" Klängen, switcht zwischen "schnoddrigem" und hohem Ton und singt aus der Perspektive eines "Heiden, der Gott verpasste", schwärmt der Kritiker. Gebannt lauscht Claussen den konzentrierten, assoziationsreichen und gelegentlich wunderbar schlichten Versen, in denen der Dichter von Sorgen, Ängsten, Vertrauen und Hoffnung erzählt. "Anregend" und keineswegs "antimodern", schließt der Rezensent.
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