Die Juden beherrschen die Welt - das ist der Kerngedanke fast jeder antisemitischen Verschwörungstheorie. Jahrhundertelang wurde die jüdische Bevölkerung für jedes nur denkbare Übel, das die Menschen erdulden mussten, verantwortlich gemacht: schlechte Ernten, Naturkatastrophen, epidemische Krankheiten. Ende des 19. Jahrhunderts entstand dann die Vorstellung, dass eine jüdische Weltverschwörung die Welt ins Chaos stürzen wolle. Michael Scholz zeichnet die Entwicklung nach, in der die Juden von Sündenböcken zu den geheimen Beherrschern der Welt gemacht wurden. Er stellt die gängigsten Verschwörungstheorien mit antisemitischem Einschlag vor und erläutert die dahinterstehenden Vorurteile. In Exkursen befasst er sich mit modernen islamisch geprägten Verschwörungserzählungen und antisemitischen Elementen in aktuellen Protestbewegungen wie den Querdenkern.
Der Publizist Michael Scholz hat eine gut lesbare und informative Darstellung über antisemitische Verschwörungstheorien geschrieben, hält Kritikerin Catherine Newmark fest: Insbesondere die von ihm gezogenen Verbindungslinien zwischen Esoterik und Antisemitismus findet sie aufschlussreich. Außerdem findet ihr Lob, wie Scholz die Ursprünge der einzelnen Theorien erläutert: So kam der "Brunnenvergiftungsvorwurf" zunächst 1321 auf und stand heutzutage Pate für den Vorwurf einer geplanten Pandemie, auch die Fantasmen über Ritualmorde oder das "Weltjudentum" werden von ihm aufschlussreich und eingängig dekonstruiert. Aktuelle Bezüge wie islamischer oder linker Antisemitismus kommen vor ebenfalls, erklärt Newmark. Sie empfiehlt das Buch als gut strukturierte Einführung ins Thema, wie sie schließt.
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