Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2002
Angesicht der für viele Deutsche immer weniger nachvollziehbaren aktuellen israelischen Politik, begrüßt Rezensent Lorenz Jäger diese gelungene Analyse der deutsch-israelischen Beziehungen als Beitrag zur "Entzerrung in der gegenseitigen Wahrnehmung". Der an der Hochschule der Bundeswehr lehrende Historiker Wolffsohn beschreibt die gegensätzliche Entwicklung der beiden Staaten als folgerichtige 'Lehren aus der Geschichte', erklärt Jäger. Im Ergebnis stünden sich nun trotz aller Bemühungen und "Lernprozesse" gegensätzliche Werte gegenüber: Ein sehr kritisches Verhältnis zu "nationalen Interessen" und weitgehender Trennung von Staat und Kirche in Deutschland und ein rückhaltloses nationalstaatliches Bekenntnis und "Verflechtung von Politik und Religion" in Israel. Wolffsohn hält diese nachvollziehbaren Entwicklungen für "Politikblockaden" und kritisiert, laut Jäger, auch die "Holocaust-Geschichtsfixierung" nichtreligiöser Juden in den USA, deren veraltetes Deutschlandbild für sie identitätsstiftend, politisch aber eine Falle sei.
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