Durch den Juden Jesus sind Judentum und Christentum unlösbar miteinander verbunden. Mit dem Aufkommen des Christentums formiert sich das Judentum umfassend neu. Beide sind zu Beginn zwei Arten von Reformjudentum, mithin Geschwisterreligionen. Abgrenzung und Rivalität kennzeichnet seitdem die weitere wenig geschwisterliche Geschichte, die die beiden Religionen im Abendland nehmen. Das Christentum setzt sich als Staatsreligion gegen das Judentum durch. Wolffsohn spürt der Gemeinsamkeit beider Religionen nach, die selbst in den Gegensätzen und neuen Entwicklungen immer erkennbar bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2008
Viele "eminent wichtige Einsichten" über das Verhältnis von Juden- und Christentum in den letzten zweitausend Jahren verdankt Rezensent Alexander Kissler diesem Buch. Das Lob des Rezensenten bezieht sich auf Michael Wolfsohns Verweise auf Missverständnisse über das Judentum in der Gegenwart ebenso, wie seine, für Kissler absolut erhellenden Schilderungen der wechselseitigen Einflüsse, die Juden und Christentum im Verlauf ihrer Entwicklung aufeinander ausgeübt haben. Besonders das Kapitel, das den Übergang des Judentums von der starren Tempelautokratie ins geradezu demokratische rabbinische Judentum beschreibt, samt des Einflusses, den diese Tempelautokratie auf die Entwicklung der Kirche hatte, und die Lehren Jesus wiederum auf das frühe rabbinische Judentum, fesseln den Rezensenten sehr. Sprachlich hat er immer wieder einiges zu bemängeln. Auch manche Gegenwartskritik scheint ihm etwas schwach begründet. Prinzipiell aber ist ihm das Buch besonders durch das Temperament, mit dem Wolfsohn darin sein Anliegen verfolgt, die wissende Neugier des Autors grundsympathisch, und in seinen Ergebnissen wichtig, nötig und höchst lesenswert.
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