Mehr als andere Denker des 20. Jahrhunderts hat Martin Buber den "Dialog" geübt und theoretisch durchdacht. Bei allen Anregungen von außen dachte und glaubte er bewusst nur aus den Quellen des Judentums heraus. Überblickt man Bubers ganze Geschichte, erlebt man einen Mann, der sich entschieden abzugrenzen versteht von christlichen Bekenntnissen und deutsch-christlichen Zumutungen. Karl-Josef Kuschel stellt den Kämpfer Buber vor, der für eine eigenständige jüdische Identität streitet und gerade dadurch für Christen ein bleibend interessanter, aber auch unbequemer Gesprächspartner ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.06.2015
Bernhard Lang freut sich über das Buch des Tübinger Theologen Karl-Josef Kuschel. Kuschel hält alles fest, was Martin Buber je zum Thema Christentum geäußert hat, Vorträge, Erinnerungen, Briefe, Bücher. Dass der Autor auch seine Kenntnisse über Bubers Briefpartner mit dem Leser teilt und zwar auf lebendige Weise, findet Lang ebenfalls erfreulich. So lernt er den Schweizer Pfarrer Leonhard Ragaz kennen und den Theologen Hans Urs von Balthasar. Auch wenn Kuschel angesichts der Auseinandersetzungen Bubers mit seinen Briefpartnern selbst nicht urteilt, erkennt Lang doch klar, wo die Sympathien des Autors liegen, wenn er Bubers kritisch distanzierte Sicht auf das Christentum lobt.
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