Aus dem Russischen übersetzt von Hannelore Umbreit. Die beiden Findelkinder Gloster und Bachatow, der eine bucklig, der andere aufgrund seines verbeulten Kopfes für debil erklärt, wachsen in einem Internat für geistig Behinderte auf. Es sind nicht die Mitinsassen, von denen sie Häme und Brutalität erfahren und selbst erlernen, sondern die Pfleger und die Heimleitung. Zwei Außenseiter gegen die wahnsinnige Realität und den realen Wahnsinn der heutigen Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2003
Schon wieder ein "neuer Stern am russischen Literaturhimmel", auch wenn's ein Ukrainer ist, der in Berlin lebt. Kerstin Holm ist Michail Jelisarow auf eine "zugleich tiefschürfende wie welterklärende Exkursion in die schrecklichen Randzonen des menschlichen Lebens und Erlebens" gefolgt, hinein in die Geschichte von "unzertrennlichen Monsterbrüdern", die als Findelkinder im Heim Bettnachbarn waren. Der eine ist bucklig und begabt, der andere stumpfsinnig und selbstzerstörerisch, und einer kann nicht ohne den anderen, denn beide sind Teil einer "Gesamtpersönlichkeit". Das sei "beklemmend real" und lasse die Romantik wiederaufleben, der auch die Rezensentin Tribut zollt: Jelisarow erzeuge ein "Wirrwarr elementarer und sublimer Triebe", der zu einem "monströsen Teufelsspuk" werde - "russischer Überlebenskampf" eben. Und sie deckt noch einen "Etikettenschwindel" auf: Der Roman sei nämlich gar keiner, sondern eigentlich das Kernstück eines "Buketts talentierter Kurzprosa".
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