Aus dem Französischen von Nys Barbara Eggert. Mit einem Nachwort von Heinz Hug. Aus allen Landesteilen des östlichen Madagaskars werden die Menschen des Stammes herbeiströmen, um an der Zeremonie teilzunehmen. Sie werden ihre Könige feiern, ihre Ahnen, ihre Geschichte. Ranja soll das alles filmen, sogar die Szenen, in denen die Ahnen von auserwählten Lebenden Besitz ergreifen. Eine Sensation! Ranja soll der Erste sein, dem dieses Recht zugestanden wird. Er reist in die Provinz, lernt eine öde Gegend kennen, hört von den Nöten ihrer Bewohner, von der Landflucht der jungen Generation, von Hungertoten. Selbst die ehedem großen Viehherden der heiligen Zebus sind radikal dezimiert. Doch die "Macht aus den Gräbern" lenkt für kurze Zeit davon ab. Auch Ranja, der von dem Kult gebannt ist, verfällt einer jungen Frau ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2000
Voll des Lobes für diesen - stilistisch einer Reportage ähnlichen - Roman von Michèle Rakotoson ist der Rezensent mit dem Kürzel "Hu.". Seiner Ansicht nach schafft die französischsprachige, madagassische Autorin "eine vielschichtige Auseinandersetzung" mit der politischen und kulturellen Situation auf der Insel, vor allem mit der "Instrumentalisierung der Religion". Im Zentrum der Geschichte steht Ranja, die einen Film über eine rituelle Zeremonie mit den königlichen Ahnen der Insel drehen soll. Rakotoson liefert nach Ansicht des Rezensenten ein realistisches Porträt ihrer Protagonistin, die das "Scheitern einer ganzen Generation verkörpert".
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