Aus dem Englischen von Jürgen Schneider. Das Leben von Myles, Teilzeitjournalist und engagiertes Mitglied der Belfaster Trinkerszene, ist eigentlich schon kompliziert genug: Seine Frau hat ihn vor die Tür gesetzt und auf der Suche nach einer neuen Bleibe ist er an einen skrupellosen Miethai geraten, der ihm zwei Schläger auf den Hals hetzt, um die ausstehende Miete einzutreiben. Als er dann in einer Bar auf die sexy Künstlerin Mex trifft, sind Verwirrung und Chaos programmiert, denn Mex arbeitet an einer Fotoserie über Doppelgänger, und einer ihrer Bekannten sieht Myles zum Verwechseln ähnlich.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 10.10.2007
Zu große Ambitionen - zu wenig umgesetzt, lautet Margret Fetzers Urteil nach der Lektüre von Micky Donnellys Erstlingsroman. Protagonist des Buches ist der 39-jährige Belfaster Trinker Myles, der Ärger mit einem Immobilienhai und ein Techtelmechtel mit einer Künstlerin hat. Das Auftauchen eines jüngeren Fastdoppelgängers lässt aus dem Ganzen eine Verwechslungskomödie werden. Zwar lobt die Rezensentin die Kneipenszenen, die für sich genommen eine Hommage an die nordirische Pubkultur seien. Allerdings kreidet sie dem Autor an, dass er zu vieles zugleich wolle und dabei über die Andeutung nicht hinauskomme: Hier ein bisschen Bildungsroman, dort ein wenig politische Geschichte und zu alledem postmoderne Anflüge in der literarischen Umsetzung. Vor allem hinter seinem Anspruch, eine literarische Bearbeitung des Narzissmythos zu bieten, bleibe Donnelly weit zurück. Die Sex- und Trinkszenen des Romans jedoch findet Fetzer allerdings ziemlich gelungen.
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