Dreizehn Aufsätze Milo Dors - Reflexionen zur jüngsten Geschichte unseres Kontinents und zur Rolle der Schriftsteller, Begegnungen mit Zeitgenossen und Anekdoten - zeigen den Autor in dem für ihn typischen temperamentvollen Engagement und als großen Humanisten und Europäer.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2004
Paul Jandl bespricht in einer kurzen Doppelrezension einen Essayband von Milo Dor und ein Buch mit Texten von und über Milo Dor. Den Band "Grenzüberschreitungen" mit gesammelten Aufsätzen empfiehlt der Rezensent als gutes Gegenmittel gegen Versuche, die Idee Mitteleuropas in "politischem Kitsch" zu verwandeln. Der Autor, der als Serbe in Budapest geboren wurde und von den Deutschen nach Wien deportiert wurde, nimmt Mitteleuropa mit "kritischer Zuneigung" in den Blick und schreibt zum Beispiel über "den neuen Rechtspopulismus", über die Entwicklung des ehemaligen Jugoslawien und rekapituliert die Geschichte Sloweniens, fasst der Rezensent zusammen. Wie schon in seinen autobiografischen Romanen zeigt sich Dor als "großer Erzähler", preist der begeisterte Rezensent, der besonders von der Schilderung des zerbombten Nachkriegs-Wiens beeindruckt ist.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…