Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten Widerstandsgruppen in der deutschen Geschichte, vor allem Sophie Scholl und Hans Scholl werden immer wieder als leuchtende Vorbilder genannt. Doch warum hatten gerade diese Geschwister und ihre Mitstreiter den Mut, sich gegen das nationalsozialistische Unrechtssystem aufzulehnen? Miriam Gebhardt sucht in den Biografien der Aktivisten die individuellen Voraussetzungen des Widerstands und fragt, welche Ressourcen aus Kindheit, Familie, Umfeld und Erfahrung sie gegen den übermächtigen Gruppendruck der "Volksgemeinschaft" immunisierten. Ihr Buch erzählt eine neue Geschichte der Weißen Rose und zeigt, warum die Botschaft der Widerstandsgruppe heute, 75 Jahre nach ihren ersten Aktionen, immer noch wichtig ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.07.2017
Jakob Wetzel erfährt bei der Historikerin Miriam Gebhardt zwar nicht, wie angekündigt, dass die Mitglieder der Weißen Rose ganz normale Deutsche waren, als ganz normale Jugendliche erscheinen sie Wetzel aber schließlich schon. Gebhardts Psychologie des Widerstands findet er lebendig und packend, wenngleich Sophie Scholl und die anderen für ihn nach wie vor als außergewöhnliche Menschen gelten. In der nachgerade unfreiwilligen Herausarbeitung dieser Außergewöhnlichkeit besteht für den Rezensenten denn auch die Stärke des Buches, dessen Deutungen laut Wetzel nicht immer in zwingende Folgerungen münden.
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