Laura lässt das Geheimnis, das den mittelalterlichen jüdischen Schatz von Erfurt umgibt, nicht mehr los. Sie taucht ein in das Schicksal von Rachel und Joschua, die 1349 zusammen mit ihrem Vater alles zurücklassen und vor dem Pestpogrom fliehen mussten. Vielleicht ist es diese Geschichte, weshalb Laura gerade jetzt Alexej begegnet, der lieber verschweigen möchte, dass er Jude ist. Allmählich versteht Laura, in wie viele Fettnäpfchen man treten kann, wenn man sich in einen Juden verliebt, und was es heute bedeutet, jüdisch zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.03.2019
Mirjam Presslers letzter Jugendroman ist aktuell, aber nicht modern, betont Rezensentin Sylvia Schwab - jedenfalls nicht im Sinne von "cool oder flott". Erzählt werde hier stets mit großer Ruhe, Sorgfalt und sehr viel Feingefühl. Die Geschichte ist aufgeteilt in zwei Handlungsstränge, die von zwei jungen Ich-Erzählerinnen entwickelt werden, lesen wir. Beide Mädchen sind ungewöhnlich reflektiert und nachdenklich für ihr Alter, beide haben nur noch ein Elternteil und beide setzen sich auf ihre Weise mit Judentum und Antisemitismus auseinander, referiert Schwab weiter: Rachel erlebt die Verfolgung der Juden im 14. Jahrhundert am eigenen Leib, Laura hingegen kommt über ihren jüdischen Freund Alexej und seine Familie mit der jüdischen Geschichte in Kontakt, erfahren wir. Wie die Autorin diese zwei Zeit- und Erzählebenen zu einer gefühlvollen und kontrastreichen Geschichte verwebt, findet die Rezensentin gekonnt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2019
Sybil Gräfin Schönfeldt erinnert an Mirjam Pressler als wichtige Stimme der Kinder- und Jugendliteratur. Presslers letzten Roman begreift sie als Mahnmal zum Thema Jüdischsein. Wie die Autorin darin die Geschichte der 14-jährigen Laura mit der Geschichte eines Goldschatzes aus dem 14. Jahrhundert und der Flucht vor Pest und Pogromen verbindet, findet Schönfeldt bemerkenswert. Weiter dreht sich das Buch um Freundschaft und Mut, Abenteuer, Hass und Verrat. Eine Menge Stoff, den Pressler laut Rezensentin auf unvergessliche Weise in ihrem Buch verwebt.
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