Aus dem Englischen von Tobias Schnettler. Geschichten, die man nie mehr vergisst: Es ist ein ganz normaler Dienstag im September. Die kleine Christine freut sich auf ihren ersten Flug zu ihren Großeltern. John - Pilot bei United Airlines - verlässt im Morgengrauen leise das Haus, um Frau und Kinder nicht zu wecken. Und der Architekt Ron nutzt die Fahrt mit der Fähre, um sich auf ein Meeting im World Trade Center vorzubereiten … 9/11 ist das entscheidende Ereignis unseres Jahrhunderts. Nach 20 Jahren ist es Teil unserer Geschichte geworden. Erst jetzt kann man angemessen davon erzählen. Mitchell Zuckoff rekonstruiert jede Minute dieses Morgens aus der Perspektive derjenigen, die das Schlimmste erlebt haben. Er folgt den Passagieren und Besatzungsmitgliedern in den vier Flugzeugen; den Menschen, die in den brennenden Zwillingstürmen und im Pentagon gefangen sind; den Rettungskräften, die ungeheuer tapfer, aber oft vergeblich ihr eigenes Leben für das anderer aufs Spiel setzen; den ahnungslosen Passanten, auf die der Tod in Shanksville, Pennsylvania, buchstäblich vom Himmel niederregnet.Zuckoff erzählt Geschichten von Leid, Verlust, Mut und Selbstlosigkeit.
Rezensent Ronald Düker ärgert sich maßlos über diese Reportage von Mitchell Zuckoff - und angesichts der ausgesuchten Zitate kann man es ihm nicht verdenken. Zuckoff, heute Professor für Journalismus, berichtete einst für den Boston Globe über den 11. September und tritt nun an, auf 700 Seiten und anhand von 1200 Zeitzeugenaussagen die "wahre Geschichte" zu erzählen, informiert der Kritiker. Dass Zuckoff auf Analyse und Neuigkeiten verzichtet, ist nicht mal das größte Problem Dükers. Wenn er hier allerdings von stolzen Soldaten liest, von reinherzigen Mädchen und Passagieren, die im Himmel von Großmüttern begrüßt werden, stöhnt der Rezensent: "Patriotischer Bullshit". Dass der Journalist Zuckoff dann auch noch einen Gärtner zitiert, der in die "leeren und verzweifelten" Gesichter der Passagiere in der herabrasenden Boeing geschaut haben will, findet Düker frech.
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