Nadja Einzmann

Dies und das und das

Cover: Dies und das und das
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783100170149
Gebunden, 176 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Zwei Jahre lang hat Nadja Einzmann die unterschiedlichsten Menschen nach ihrer Kindheit befragt. Aus diesen Gesprächen sind Porträts geworden, die uns nicht nur etwas vom Leben um uns herum verraten, sondern auch von unserem eigenen und vom Leben selbst. Nadja Einzmann erzählt nicht einfach aus dem Leben ihrer Gesprächspartner, sie lässt es diese selbst tun. Sie erzählen vom täglichen Aufbegehren und Fügen, vom Träumen und Scheitern, vor allem aber von den versteckten und übersehenen Winkeln des Alltags, in denen sich "dies und das und das"findet. Sie erzählen vom Wunsch nach dem eigenen, ganz normalen Leben, wie es außergewöhnlicher nicht sein könnte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.08.2006

Laura Weissmüller hat eine angenehme Erfahrung gemacht. Nadja Einzmanns Buch mit seinen 31 Menschenporträts auf engstem Raum lässt sie in mehrfacher Hinsicht staunen. Einmal ist es die Knappheit, mit der sich offenbar ein, wenn auch ganz gewöhnliches, Leben hinreichend darstellen lässt. Zum anderen ist es die Verwendung der Sprache in diesem Buch eben zu diesem Zweck. Sie "färbt sich ein" je nach dem Charakter, den die Autorin beschreibt, und wechselt mit ihm nach ein paar Seiten, wie ein "Tischnachbar". Und dann ist die Rezensentin schon wieder überrascht: Wie die schon angenommene traurige Absehbarkeit und Verwechselbarkeit der Lebensgeschichten auf einmal doch einem jeweils eigenen Ton weichen. Da beginnt Weissmüller auch zwischen den Zeilen zu lesen. Mit Gewinn.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2006

Autorin Nadja Einzmann hat nicht geschrieben was Rezensentin Andrea Neuhaus gerne gelesen hätte, nämlich mutig gestaltete und gedeutete Figuren. Statt dessen, so die Rezensentin, deute die Autorin in ihren kurzen Personenporträts zur Bedeutung der Kindheit alles nur an, wie die Tupfer bei einem impressionistischen Gemälde. So gelinge Einzmann hier und da eine "erstaunliche poetische Dichte", aber da es ihr mehr um den Ton und die Form ihrer Prosa gehe als um die Figuren und den Stoff, sei die mitunter wunderbare "poetische Patina" von Erstarrung und Monotonie bedroht. Die Unterschiede würden durch den gleich bleibenden Ton"eingeebnet" und damit auch die Individualität der auf Interviews beruhenden Porträts. Immerhin hat Einzmanns Kunst der kleinen Form bei der Rezensentin eine "Sehnsucht nach Größerem" zu wecken vermocht und so lautet ihre Empfehlung an die Autorin: "mehr Übermut, mehr Forschheit und weniger Bescheidenheit".
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