Aus dem Englischen von Steffen Jacobs. Das Opfer ist eine Schauspielerin, deren Karriere bereits zu Ende ist. Nina Hardy, Stummfilmstar der frühen 20er Jahre, wird im Garten des Hauses ermordet, in dem sie aufwuchs. Der Täter ist George, Kriegsveteran und Gärtner auf Ninas Anwesen - und ein enger Freund aus jenen Tagen der Kindheit. Zum Begräbnis kehrt auch Ninas Halbbruder Gregory an die Stätte seiner ersten Abenteuer und Erinnerungen zurück. Er begegnet dort Janie wieder, der Schwester von George, dem Mädchen aus dem ärmlichen Cottage, das damals das Kleeblatt vervollständigte. Gemeinsam versuchen die beiden zu ergründen, durch welche Verstrickungen ihrer Schicksale es zu dem Verbrechen kommen konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2005
"Neil Jordan hat im Archiv des frühen zwanzigsten Jahrhunderts geblättert und seine Fundstücke in einen erzählerischen Rahmen geklebt, Kino- und Kriegsgeschichten, Melodramen und irische Idyllen", schreibt Andreas Kilb und hat sich auch - mal mehr, mal weniger - erfreut an den einzelnen Bildern und Episoden, die Neil Jordan mit ähnlich viel "Atmosphäre" auszustatten weiß wie seine Filme. Nur wollen sie sich nicht so recht zu einem gelungenen Roman fügen. Der Grund, vermutet er, liegt in der Erzählperspektive. Und der Erzählerin. Nina war Stummfilm-Schauspielerin, stand ihr ganzes Leben lang zwischen zwei Männer und wurde schließlich von einem der beiden ermordet, wovon sie gleich im ersten Satz des Romans erzählt. "Sunset Boulevard" in Irland also. Kilb mag die Idee, findet aber, dass es im Roman ein Problem darstellt, wenn das Ich zugleich Kind, Filmdiva und Verstorbene ist. Beziehungsweise: Es ist ein Problem, wenn die Heldin "zu wenig Substanz" hat, um die Erzählung durch Jahrzehnte und wechselnde Lebensabschnitte zu tragen. Fazit: "Es wird noch eine Weile dauern, bis der Romancier dem Regisseur das Wasser reichen kann."
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