Niall Ferguson

Kissinger

Der Idealist. 1923-1968. Band 1
Cover: Kissinger
Propyläen Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783549074749
Gebunden, 1120 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Werner Roller und Michael Bayer. Er wurde verehrt und geschmäht wie kein anderer. Die einen feierten ihn als unverzichtbaren Mann im Hintergrund, Berater aller US-Präsidenten von Kennedy bis Obama, die anderen verdammten ihn als zynischen Realpolitiker. Henry Kissinger, Jahrgang 1923, ist einer der bedeutendsten, zugleich umstrittensten Staatsmänner unserer Zeit. Ihm widmet der britische Historiker Niall Ferguson eine große Biografie, die Kissinger in neuem Licht erscheinen lässt. Erst vor dem Hintergrund seiner Kindheit als Jude in Nazi-Deutschland, als mittelloser Immigrant in New York, als US-Soldat im Zweiten Weltkrieg oder als Student der Geschichte in Harvard und Professor für internationale Politik in Washington lässt sich Kissingers Aufstieg zum Meister der Diplomatie und genialen Strategen der Weltpolitik verstehen. Ferguson macht deutlich, wie sehr Kissingers Denken in der Philosophie des Idealismus wurzelt und ethischen Maßstäben folgt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.06.2016

Niall Fergusons von Kissinger autorisierte Biografie scheint dem Rezensenten Michael Hesse ganz unkompromittierend. Nicht etwa, weil Kissinger eine weiße Weste hätte, sondern weil der Autor seine Biografie mit Kissingers 45. Lebensjahr enden lässt. Bis dahin, meint Hesse, lässt sich der frühere Außenminister der USA ganz gut als Idealist porträtieren. Da kann der Autor auch zehn Jahre und mehr in Kissingers Privatarchiv forschen. Kritisch findet Hesse das Buch dennoch, auch wenn der Familienvater und Gelehrte Kissinger hier im Vordergrund steht. Emotional aufregend oder gar außergewöhnlich scheint ihm der Band aber nicht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2016

Gregor Schöllgen liest den Bildungsroman Henry Kissinigers aus der Hand von Niall Ferguson mit Gewinn. Die unglaubliche Karriere des Jungen aus Fürth kann ihm der Autor nachvollziehbar darstellen, unter Berücksichtigung aller Etappen und Förderer, Höhepunkte und familiärer Einzelheiten. Dass ein lebendiges und authentisches Porträt entsteht, liegt laut Schöllgen nicht zuletzt an dem großen Archivschatz, zu dem Ferguson Zugang hatte, an etlichen Zeitzeugenberichten und an Kissingers Vertrauen in die Arbeit des Autors. Zwar kommt auch mit diesem ersten Band der Biografie nichts Spektakuläres zu den bekannten Fakten über Kissinger hinzu, meint Schöllgen, aber erhellende und auch kritische Facetten und Nuancen kann ihm der Autor doch jede Menge anbieten.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.04.2016

Der britische Historiker Niall Ferguson hat dieser Tage eine fulminante Kissinger-Biografie vorgelegt, die noch für eingefleischte Kenner der Materie Neues bereithält, freut sich Matthias Nass. Fergusons Buch über Kissingers erste Lebenshälfte heißt nicht umsonst "Der Idealist", verrät der Rezensent. Für Ferguson zeichneten sich Kissingers Positionen, vor allem in der Auseinandersetzung mit der Sowjetunion, durch einen Idealismus aus, der jenseits pragmatischer Kompromisse zum Extrem tendierte, was ihn zwischenzeitlich zu einem "Hohepriester der Nuklearstrategie" machte, erklärt Nass. Fergusons Erzählung endet mit Kissingers Ruf ins Weiße Haus durch Präsident Nixon, was den Rezensenten schon auf eine Fortsetzung hoffen lässt, die dann beschreiben könnte, wie der Idealist zum Realismus kam, so Nass.

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