Aus dem Englischen von Tanja Handels. Die neunzehnjährige Ruth leidet an Leukämie und darf ihr Bett nicht verlassen. So liegt sie in ihrem Zimmer hoch über dem Fluss Shannon, während der irische Regen unablässig auf das Dach prasselt, und liest sich durch die dreitausendneunhundertfünfundachtzig Bücher, die ihr Vater Virgil Swain ihr hinterlassen hat. Inspiriert von der Lektüre und ihrer eigenen überbordenden Fantasie lässt sie vor den Augen des Lesers ihre Ahnen aufmarschieren: Urgroßvater Absalom Swain, den Reverend, Großvater Abraham, der beim Stabhochsprung das Fliegen lernte, und schließlich ihre Eltern Virgil und Mary, die sich vornahmen, die unfruchtbarsten vierzehn Morgen Erde, die Westirland zu bieten hat, urbar zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2016
Dieses Buch ist das reinste Vergnügen, verspricht Werner von Koppenfels, der hier eine herrlich komische, immer wieder an Tristram Shandy erinnernde irische Familiensaga gelesen hat. Ganz verzückt folgt der Kritiker der ans Bett gefesselten Erzählerin Ruth, die ihre eigene Familiengeschichte mit zahlreichen Lektürehinweisen, etwa auf R. L. Stevenson oder Emily Dickinson, schmückt und deren fantasiereichem überbordenden Erzählfluss sich der Rezensent gar nicht mehr entziehen kann. Insbesondere aber lobt Koppenfels Williams Kunst der farbigen Figurenzeichnung und den wunderbaren Sarkasmus, mit dem er hier das hereinbrechende Unheil schildert. Nicht zuletzt würdigt der Kritiker die Übersetzung von Tanja Handels, die Williams "Schnoddrigkeit" und Überschwänglichkeit brillant ins Deutsche überträgt.
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