Sie wächst als Einzelkind in Wien auf, wird am Konservatorium ausgebildet und hat ihre ersten Erfolge als junge Konzertharfenistin. Nachdem ihre erste Ehe mit einem lebensuntüchtigen Journalisten gescheitert ist, heiratet sie den Dirigenten Richard Lert und beendet ihre musikalische Karriere, um sich der Literatur zu widmen. Der Ullstein Verlag formt ihr Image: Vicki Baum, mittlerweile Mutter zweier Söhne, erobert in den Zwanzigerjahren als Redakteurin des Ullstein-Magazins "Die Dame" und als Vertreterin der "Neuen Sachlichkeit" den Berliner Boulevard. Sie ist die erste Autorin, die mit einer gezielten Marketingstrategie zur Marke gemacht wird, und sie liefert einen Bestseller nach dem anderen - ihre Romane erreichen bis 1932 in Deutschland eine Auflage von 500.000 Exemplaren. Ihr Welterfolg "Menschen im Hotel" ebnet ihr den Weg in die USA, wo der Roman unter dem Titel "Grand Hotel" am Broadway inszeniert und wenig später mit Greta Garbo verfilmt wird. In Hollywood beginnt sie mit ihrer Familie ein neues Leben und bricht gleichzeitig allein auf, den Rest der Welt für sich zu erobern. Sie bereist ferne Länder, schreibt zahlreiche Romane, die alle international erfolgreich sind, und führt das facettenreiche Privatleben einer Frau von Welt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.08.2007
Viele Seiten, viel Material, aber was die Bestseller-Autorin Vicky Baum wirklich ausmachte, das erfährt Dorion Weickmann aus Nicole Nottelmanns umfänglicher Biografie nicht. Deshalb sagt sie es gleich selbst: Baum sei der Prototyp gewesen für die dynamische Idealfrau der zwanziger Jahre, die sich ständig selbst neu erfindet und immer auf Tour ist. Ansonsten, und hier zitiert Weickmann lieber Klaus Mann als Nottelmann, "eine Frau guten Willens, die das Herz am rechten Fleck hat, und sie versteht ihr Handwerk". Die Karriere Baums von der gefeierten Konzert-Harfenistin in Deutschland bis zur gefeierten Unterhaltungsschriftstellerin in Hollywood schildere Nottelmann "anschaulich", und auch Archivrecherche und Werkkenntnis provozieren ein Lob. Allerdings erfährt Weickmann zu ihrem Leidwesen von Nottelmann nie, was das Interesse an Baum rechtfertigt.
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