Bislang hat niemand die Fragen aufgearbeitet, welche der polnischen Vertreibungsdekrete noch gelten und welche Rechtswirkung sie heute entfalten. Diese Lücke im Forschungsstand wird geschlossen. Der Band enthält alle polnischen Vertreibungsdekrete im heutigen Wortlaut. Damit ist er ein Nachschlagewerk für alle, die sich in der Debatte über deren Weitergeltung ein eigenes Urteil bilden wollen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2003
Im Vergleich zu den Benes-Dekreten sind die Rechtsakte des kommunistischen Polens zur Enteignung der "geflohenen oder vertriebenen Deutschen" weitgehend unbekannt, erklärt uns Christian Hillgruber eingangs seiner Besprechung. 130 gebe es davon und inwieweit sie noch heute Gültigkeit haben, konnte bisher nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Folglich sei es das "Verdienst" von Redeckers zum ersten mal einen Überblick darüber geschaffen zu haben, schreibt der Rezensent weiter. Folgen möchte er dem Autor jedoch nicht in dessen Argumentation, die die Möglichkeit erfolgreicher "Klagen deutscher Vertriebener vor polnischen Gerichten gegen Enteignungen" einräumt. Von Redecker habe das ein oder andere Gesetz falsch gedeutet, bemängelt der Rezensent. Das Recht auf ihre Heimat hätten die "Vertriebenen unwiederbringlich verloren", konstatiert Hillgruber, der deshalb vehement in seiner Besprechung fordert, der Wahrheit ins Gesicht zu blicken und auf dem Wege zu einer "vollständigen Aussöhnung" beider Völker einzugestehen, dass die Vertreibung "ein schweres Unrecht war und ist".
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