Jochen Oltmer erklärt uns zusammen mit Nikolaus Barbian, dass schon immer viele Menschen nach Deutschland ein- oder ausgewandert bzw. innerhalb Deutschlands gewandert sind. Während des Kaiserreichs etwa sind zahlreiche Polen ins Ruhrgebiet gewandert, während hunderttausende Deutsche in die USA auswanderten. Die Nazis zwangen viele Menschen zur Emigration; bei Kriegsende musste Deutschland Millionen Vertriebene aufnehmen, aber schon in den 1960er Jahren wurden "Gastarbeiter" nach Deutschland geholt, deren Kinder sich oft als Deutsche fühlen. Und das ist noch längst nicht das Ende der Geschichte der Wanderungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2016
Einen leisen Seufzer kann sich Heribert Prantl nicht verkneifen: Wäre dieses kluge Buch des Historikers für Migration Jochen Oltmer und des Deutsch- und Geschichtslehrers Nikolaus Barbian etwas weniger "holprig" und schulmeisterlich geschrieben, wäre es vorzüglich geeignet als Schullektüre, findet der Kritiker. Dennoch: Den Autoren gelingt es, kenntnisreich an die Auswanderung der Deutschen in die USA und die mangelnde Integration zu erinnern, von den "Ruhrpolen", der antipolnischen Ausländerpolitik der Kaiserzeit oder den "Schwabenkindern" zu erzählen und über aktuelle Zuwanderungspolitik aufzuklären, lobt Prantl. Auch mit der reichhaltigen Bebilderung des Bandes ist der Rezensent sehr zufrieden.
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