Im Zuge sozialer, kultureller und technischer Veränderungen hat sich in den vergangenen Jahren die Popularisierung von klassischer Musik geradezu zu einem musikalischen Massenphänomen entwickelt. Erstmals werden nun Erscheinungen wie Populäre Klassik oder die Popularisierungsversuche traditioneller Klassik im Rahmen einer musikwissenschaftlichen Studie behandelt. Dem zu Grunde liegen Beobachtungen soziologischer Lebensstilforschung ebenso wie Untersuchungen des gesamtkulturellen Kontextes. Neben den unterschiedlichen Interpreten der populären Klassik wird anhand qualitativer Interviews auch die Hörerstruktur des Konzertpublikums analysiert. Des weiteren kommen Popularisierungsversuche zur Sprache, wie sie etwa Klassik Radio oder diverse Tonträgerfirmen mit Klassiksamplern produzieren. Zu beobachten sind nicht nur eine Vermischung der ehemals getrennten Genre "E"- und "U"-Musik, sondern auch Verschiebungen kultureller Wertigkeiten und Konstruktionen einer so genannten Hochkultur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2006
Kritisch betrachtet Rezensent Michael Gassmann diese soziologische Studie über das Phänomen der populären Klassik, die Nina Polaschegg verfasst hat. Die Autorin untersucht nach Angaben Gassmanns darin die Hörerstruktur des Konzertpublikums, das Programm des privaten "Klassik-Radio" sowie mehrere CD-Reihen mit popularisierter Klassik, um zu klären, ob anhand solcher Phänomene Verschiebungen "kultureller Wertigkeiten" zu beobachten sind. Gassmann hält der Autorin vor, kaum Erkenntnisse zu liefern, die nicht auch jedem Durchschnittsbeobachter bekannt wären. Zudem moniert er die dürftige Datenbasis für ihre Feststellungen.
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