Norbert Heinrich Holl

Mission Afghanistan

Erfahrungen eines UNO-Diplomaten
Cover: Mission Afghanistan
F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München 2002
ISBN 9783776622690
Gebunden, 320 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Knapp zwei Jahre lang (1996/97) hat der Autor als bislang einziger Deutscher eine Friedensmission der Vereinten Nationen in Afghanistan geleitet. Als UN-Botschafter verhandelte er mit allen wichtigen politischen Akteuren, mit führenden Taliban, Präsident Rabbani, General Dostum, Kommandant Massud und vermittelte zwischen den Parteien. In seinem Buch legt er die inneren Zusammenhänge eines Konflikts offen, die vom Abzug der Sowjets, dem Sturz und der Ermordung des von ihnen eingesetzten Präsidenten Najibullah, der Eroberung Kabuls und der Errichtung eines radikal-islamischen Regimes durch die Taliban in teuflischer Logik zu dem Inferno vom 11. September 2001 geführt haben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.03.2002

Der Rezensent Konrad Watrin zeigt sich beeindruckt von Norbert Heinrich Holls Rückblick auf seine Zeit in Afghanistan. "Teilweise minuziös" schildert der Uno-Diplomat laut Watrin die letzten zehn Jahre der so unübersichtlichen wie leidvollen Geschichte Afghanistans und bringt dabei auch das schwierige Verhältnis zu Pakistan und den USA zur Sprache. Der Rezensent hebt hervor, dass Holl als Uno-Vermittler zwischen den zerstrittenen Kriegsparteien in unmittelbarer Nähe des Geschehens agierte und viele der beteiligten Akteure persönlich kannte. Auch die dubiose Rolle der USA, die die Taliban lange Zeit unterstützt hatten, wird in diesem Kontext beleuchtet. An der westlichen "Entrüstungskampagne" gegen die Taliban wolle sich der Autor nicht beteiligen, betont der Rezensent, ihm gehe es ein Verständnis der Koranschüler - handelt es sich doch um "Erben einer an Gewalt überreichen Geschichte". Die Frage allerdings, warum sich die Taliban auf "Gedeih und Verderb" mit den "arabischen Berufsterroristen" solidarisierten, kann laut Watrin auch Holl nicht abschließend klären.

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