Das Buch behandelt den literarischen Umgang spanischer Intellektueller mit einem Kapitel der nationalen Geschichte, dem Erbe von Sefarad, anhand von Autoren wie z.B. Duque de Rivas, Menendez Pelayo, Perez Galdos, Baroja und Alberti.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.11.2003
Tobias Burghardt rekapituliert kurz die Geschichte der Sephardim: von der Ansiedlung auf der iberischen Halbinsel ab dem 10. Jahrhundert vor Christus, über die kulturelle und zivilisatorische Hochzeit der "Convivencia", als Juden, Christen und Mauren mehrere Jahrhunderte friedlich zusammenlebten, bis hin zur Vertreibung der Juden Ende des 15 Jahrhunderts. Die Sephardim, weiß Burghardt, zerstreuten sich entlang des Mittelmeers und über ganz Europa, erhielten aber durch Sprache und Überlieferungen ihre Identität in der Fremde. Wie aber ging man danach in Spanien mit den sephardischen Hinterlassenschaften um? Norbert Rehrmann, so Burghardt, entwerfe anhand einer sehr ausführlichen Untersuchung der spanischen Literatur einen Überblick über antisemitische Kontinuitäten wie auch positive Rückbesinnungen. Einen Wendepunkt macht er um 1900 aus, als sich eine neue Generation von Autoren, insbesondere Lyriker, zunehmend positiv auf die multikulturelle Vergangenheit des Landes zu bezogen. Eine "Fundgrube" sei dieses Buch, schreibt Burghardt - aber leider eine, die genaue Kenntnis der spanischen Sprache voraussetze, da die zitierte Literatur unübersetzt bleibe. So sei Rehrmanns Studie eher etwas für bereits wissenschaftlich Arbeitende als für interessierte Laien.
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