Mit 21 farbigen und 200 Duplex-Abbildungen. Dieses repräsentativ gestaltete Handbuch führt in die Kunst des französischen Reproduktionsstiches von 1648 bis 1792 ein. Es umfasst Kupferstich und Radierung ebenso wie den Farbholzschnitt und die verschiedenen Techniken zur farbigen Wiedergabe eines Originals. Knappe einleitende Texte führen in den umfangreichen Bildteil und in den detaillierten Katalog ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2003
Voll des Lobes ist Andreas Beyer für diesen Band, mit dem die Herausgeber "einen weiteren, kapitalen Schritt" zur "Rehabilitation einer ganzen Gattung" getan hätten, der Reproduktionsgrafik nämlich, die, wie man vom Rezensenten erfährt, "über Jahrhunderte das Medium internationalen Kunsttransfers schlechthin darstellte und spätestens seit der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts zur eigenen Kunstgattung avancierte". Gramaccini und Meier hätten hier "nicht nur ein Grundlagenwerk" verfasst, das "in zahlreichen Katalognummern die bedeutendsten Schöpfungen dieser bald ganz sich selbst gefallenden Kunst in ihrer Glanzzeit erschließt", in den einleitenden Essays halte der Band zudem "eine ebenso konzise wie aufschlussreiche Geschichte der Reproduktionskunst, ihrer Praxis und Theorie bereit", die von den Anfängen in Deutschland und Italien über die Niederlande bis ins Frankreich vor der Revolution reiche. Und schließlich lehre dieser "prächtig ausgestattete" Band auch noch, dass "Kunstbuch und Buchkunst" durchaus eine glückliche Verbindung eingehen könnten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2003
Wie verbreiteten sich Kunstwerke vor dem Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit? Gottfried Knapp hat es in Gramaccinis und Meiers Anthologie der französischen Reproduktionsgrafik nachgelesen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein entwickelte sich das europäische Kunstgeschehen vor allem über Kopien und grafische Nachbildungen weiter. Deshalb findet Knapp, dass die Bedeutung dieses Mediums nie "seiner Bedeutung gemäß gewürdigt wurde". Umso mehr freut er sich über die "nüchterne Grundlagenforschung", die Gramaccini und Meier für ihre reich bebilderte Anthologie (über die Zeit zwischen 1648 und 1792) betrieben haben. Knapp begeistert sich vor allem für die zahlreichen Grafiken und Stiche, die Raffaels "Trasfigurazione" nachbilden und denen nicht selten ein "eigener künstlerischer Status" zukommt.
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