Alfred Döblin (1878 - 1957), geboren und aufgewachsen in Stettin, studierte Medizin und war als Nervenarzt in Berlin tätig. Zugleich machte er sich als Schriftsteller einen Namen und war Mitbegründer der expressionistischen Zeitschrift ?Der Sturm?. Berühmt wurde sein 1929 erschienener Roman ?Berlin Alexanderplatz?, in dem er die moderne Großstadtrealität in ihrer Atemlosigkeit, Zerrissenheit und Erbarmungslosigkeit schildert. Döblin emigrierte 1933 mit seiner Familie in die Schweiz, später nach Frankreich, dann in die USA. 1945 kehrte er nach Deutschland zurück, doch konnte er nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen. Heute zählen seine Werke zu den Klassikern der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Der Autor gibt einen Überblick über Leben und Werk Döblins, angereichert mit zahlreichen Abbildungen, Zeittafel, Auswahlbibliografie und Register.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2007
Wenn Helmuth Kiesel fragt, was fünfzig Jahre nach Alfred Döblins Tod von dessen Schaffen übrig ist, schwingt Hoffnung mit. Kiesel zeichnet die Lebensstationen Döblins nach und gibt einen Überblick über das Werk des "nicht unbedingt massentauglichen" Schriftstellers. In der Rezeptionsgeschichte stechen für ihn der Walter Verlag mit seiner Werkausgabe in Einzelbänden und die 80er Jahre als Höhe- bzw. Wendepunkte heraus, die den Blick für Döblins "ingeniöse" literarische Technik schärften und ihm zu dem nach Kiesels Ansicht verdienten Platz in der "Spitzengruppe" der deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts verhalfen. Dass noch immer keine großeBiografie zu Döblin existiert, ist für Kiesel ein Desiderat, das er mit dem nun vorliegenden "dtv-portrait" zwar nicht aus der Welt geschafft sieht, das er künftig aber leichter wird verkraften können, legt Oliver Bernhardt doch ein laut Kiesel "eingängig geschriebenes, schön illustriertes" Buch vor, das "zuverlässig" über alles Wichtige zu Döblin informiert.
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