Herausgegeben von Martin Sulzer-Reichel. Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in Wloclawek an der Weichsel, lebte ab 1929 in Berlin und wurde 1933 von den Nazis nach Warschau deportiert. Zusammen mit seiner Frau Teofila gelang es ihm 1943, aus dem Ghetto zu fliehen und unterzutauchen. Nach Kriegsende war er für den polnischen Geheimdienst und das polnische Konsulat in London tätig. 1950 wurde Reich-Ranicki entlassen und aus der Partei ausgeschlossen und arbeitete danach als Lektor, freier Schriftsteller und Literaturkritiker. 1958 siedelt er mit seiner Familie nach Westdeutschland über, wo er zu einer Institution im literarischen Leben wurde und mit seiner Autobiografie "Mein Leben" auch zum Bestsellerautor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2004
Wenn in der FAZ ein Ex-FAZ-Redakteur das Buch eines Ex-FAZ-Redakteurs über einen Ex-FAZ-Redakteur bespricht, dann ist für den unbefangenen Leser kaum abzuschätzen, ob hier sachlich informiert oder in dem einen oder anderen Nebensatz manche Rechnung beglichen wird. Soweit man also von außen urteilen kann, ist Jürgen Busche mit Thomas Anz' Reich-Ranicki-Biografie halb zufrieden. Ganz in Ordnung findet er die Passagen, in denen sich Anz einfach auf die Spuren des höchst erfolgreichen Autobiografen Reich-Ranicki heftet und das von diesem Vorgegebene pointiert, perspektiviert und mit Abstand betrachtet. Gegen "Parteinahme" in der Angelegenheit von Reich-Ranickis Tätigkeit für den polnischen Geheimdienst hat Busche nichts einzuwenden. Problematisch aber werde es in der Einschätzung der 70er Jahre. Anz kämpft, so der zentrale Vorwurf des Rezensenten, die "ideologischen Kämpfe der 70er Jahre" weiter und mag nicht akzeptieren, dass die "Nachkriegszeit" vorbei ist, ohne dass Reich-Ranickis Einfluss geschwunden wäre.
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