Gelesen von Matthias Brandt. "Als wir Gangster waren" von Oliver Storz ist die Fortsetzung seines viel beachteten Romans "Die Freibadclique". Sie schildert die Anarchie des Sommers 1945, in der alles möglich zu sein schien, und lässt unbekannte Aspekte einer Zeit lebendig werden, die den Anfang der Bundesrepublik markierte. Oliver Storz gehört zu den wenigen, die davon mitreißend und authentisch erzählen können. Das Romanfragment erscheint zusammen mit seinen schönsten Texten aus dem Nachlass.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2012
Rezensent Jan Wiele würdigt den im vergangenen Jahr gestorbenen Drehbuchautor und Regisseur und mit "Die Freibadclique" 2008 spät auch zum Schriftsteller gewordenen Oliver Storz als Erinnerungsarchäologen "des Zeitgeschehens um 1945". Mit der ambivalenten Erzählhaltung "zwischen dem Jungen von damals" und dem heute mit seiner Erinnerung ringenden Mann befasst sich sein Fragment gebliebener zweiter Roman "Als wir Gangster waren" mit den ersten, faszinierten Begegnungen zwischen deutscher Jugend und amerikanischen Besatzern in der süddeutschen Provinz, beobachtet Wiele, der dem Werk zugute hält, weder an Rührseligkeit noch an political correctness interessiert zu sein. Sehr passend findet es Wiele zudem, wie die vom Schauspieler Matthias Brandt (der auch früher schon mit Storz zusammengearbeitet hat und ihm mit dieser Rezitation nun "die letzte Ehre" erweist) eingesprochene Hörfassung des Buchs das "ständige Zaudern und Zweifeln" mit und an der eigenen Erinnerung auch akustisch ins Bewusstsein holt.
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