Orry Mittenmayer

Ausgeliefert

Wie Lieferdienste ihre Fahrer ausbeuten, warum uns das alle ärmer macht - und was wir dagegen tun können
Cover: Ausgeliefert
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2024
ISBN 9783462005776
Gebunden, 224 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Flexible Arbeitszeiten, schnelle Einarbeitung, Sport und frische Luft: Fahrradlieferdienste werben ihre Fahrer:innen mit einem niedrigschwelligen Einstig in den Job. Orry Mittenmayer aber lernt eine Branche kennen, die ihren Kund:innen uneinhaltbare Lieferversprechen macht - und ihre Probleme auf dem Rücken derjenigen austrägt, die das Essen ausliefern. Als sogenannter Rider für einen der ersten Fahrradlieferdienste Deutschlands dokumentiert Orry Mittenmayer zahlreiche Arbeitsrechtsverstöße: Die Unternehmen setzen ihre Mitarbeitenden massiv unter Druck, überwachen Standorte, kontrollieren Pausenzeiten und Lieferwege. Betroffen von diesen Schikanen sind Menschen, die auf kurzfristige Jobs angewiesen sind und oft nicht die Möglichkeit haben, sich zu wehren. In "Ausgeliefert" gibt Betriebsratsgründer und -vorsitzender, Gewerkschafter und Aktivist Orry Mittenmayer augenöffnende Einblicke in seinen gefährlichen Alltag als Fahrer, deckt auf, wie Lieferdienstunternehmen systematisch gegen die Einhaltung von Arbeitsrecht ankämpfen, und erklärt, wie wichtig organisierter Arbeitskampf ist. Denn der Hype um die bequem bis zur Haustür gelieferten Lebensmittel und Speisen ist riesig - aber hört eigentlich jemand den Menschen zu, die uns das Essen bringen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2025

Rezensent Maximilian Sachse fühlt sich etwas bevormundet von Orry Mittenmayers Erfahrungsbericht aus der Essenslieferbranche. Was der Autor als Aktivist und Betriebsrat alles zu Wege gebracht hat, möchte Sachse nicht in Abrede stellen, doch die politischen Ausführungen im Buch scheinen ihm allzu einseitig und  und in ihren Folgerungen eher vorhersehbar, also überflüssig, findet er. Die richtigen Schlüsse kann der Leser auch gut selber ziehen, meint er. Unterhaltsam sind die Anekdoten aus der Start-up-Szene allerdings schon, räumt Sachse ein, wäre da nur nicht die dauernde "Gewerkschaftsfolklore" mit ihren Allgemeinplätzen.

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