Aus dem Amerikanischen von Jürgen Neubauer. Seit den siebziger Jahren sind wir Zeugen eines fulminanten globalen Siegeszugs des Kapitalismus. Die Konsumenten haben heute mehr Macht als jemals zuvor, der Konkurrenzdruck und Wettbewerb unter den Unternehmen wird immer schärfer, Produkte und Dienstleistungen zunehmend besser und günstiger, die Erträge höher. Der Erfolg des Kapitalismus geht jedoch mit einer zunehmenden Ungleichverteilung von Einkommen und Wohlstand, wachsender Arbeitsplatzunsicherheit, sozialer Ungerechtigkeit und ökologischen Bedrohungen einher. Traditionellerweise ist es die Aufgabe der Demokratie, diese Probleme zu lösen, doch das gelingt ihr immer weniger. Wir leben in einem System, das unsere individuellen Bedürfnisse als Konsumenten und Investoren besser denn je erfüllt, aber unsere gemeinschaftlichen Bedürfnisse als Bürger zunehmend unberücksichtigt lässt. Robert Reich analysiert den Triumph des Kapitalismus und den Niedergang der Demokratie - eine Entwicklung, die nicht nur die USA, sondern längst auch Europa betrifft.
In seinen Analysen ebenso imponierend wie in der Klarheit, mit der sie vorgetragen werden, mit seinen Lösungsvorschlägen dann aber doch zu kurz greifend, findet Rezensent Ludger Heidbrink das Buch des amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers über den Sieg des Kapitalismus über die Demokratie. Robert Reich rekonstruiert den Informationen des Rezensenten zufolge zunächst die Entwicklung der letzten sechzig Jahre: von einer Situation, die auf der stabilen Basis aus Wachstum, staatlicher Kontrolle und demokratischer Partizipation beruht habe, bis zum Superkapitalismus von heute, mit seinem radikalen sozialen Gefälle, seinen ökologischen Schäden und sozialen Konflikten. Reich führe das Grundproblem auf die Ambivalenz des Einzelnen zurück, der zwischen seiner Rolle als Bürger und seiner Rolle als Konsument schwanke, und meist den Verführungen des Konsums erliege. Reichs Lösung, stärkere staatliche Rahmenbedingungen nämlich, können den Rezensenten dann aber nicht ganz überzeugen, der hier einen Verweis auf gültige ethische Regeln vermisst, die aus seiner Sicht die Basis aller staatlichen Regulierung sein müssten.
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