Aus dem Spanischen von Ralph Amann. Hauptkommissar Pujol steht kurz vor der Pensionierung, als er in ein abgelegenes Bergdorf gerufen wird, wo eine Leiche aufgefunden wurde. Der Kriminalfall ist ebenso surreal wie rätselhaft: Eine übergewichtige Frau wurde in einem Tal am Ende der Welt, in dem skurrile Einwohner und zugereiste Randexistenzen leben, auf einem großen Schlachthof für Schweine nach allen Regeln der Kunst geschlachtet. Es fehlen jegliche Hinweise auf die Identität des Opfers oder auf die möglichen Täter, sämtliche Spuren am Tatort sind beseitigt worden. Im Mund der Frau findet man einen Zettel, auf dem "Im Namen des Schweins" steht. Der Fall scheint komplex...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2008
Nicht weniger als ein "Meisterwerk" ist dieser Roman des unter dem Pseudonym Pablo Tusset schreibenden Autors aus Barcelona. Ein Buch, so der Rezensent Oliver Jungen, voller Fährten, die Finten, und voller Finten, die Fährten sind. Es beginnt wie ein Kriminalroman aus der Serienkillerproduktion, aber das schon ist eine arglistige Täuschung. Es wird nämlich, nach und nach, mehr und anderes draus als ein Krimi, wenngleich die beiden Hauptfiguren Jose Maria Pujol und ein Herr T Kommissare sind. Der Herr T allerdings spaltet sich später noch einmal auf, in T und in P und das ganze buchstabiert man am besten gleich, so Jungen, als Jekyll und Hyde. T gelangt in ein Bergdorf voller seltsamer Dörfler (die gar keine sind). Das Dorf heißt, ähnlich wie eine Erzählung von Maupassant, Monte Horla und an Zitaten und Anspielungen reich ist das Buch offenbar sowieso und überhaupt. Zugrunde liegt ihm, und dieser Spur geht der Rezensent recht ausführlich nach, das große Hieronymus-Bosch-Gemälde "Garten der Lüste". Nun dürfe man sich aber auch von dieser Fährte in Richtung Fantastik nicht täuschen lassen, warnt Jungen, denn dieser Roman sei zugleich voller haargenau "stimmiger" Details - "bis hin zum Iron-Maiden-T-Shirt des Lokalschurken". Der Mordfall des Beginns wird gelöst, aber eher nebenbei. Was bleibt: Eine "gottlose Komödie", die zu allem Überfluss "glänzend unterhält".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.05.2008
Rezensentin Maike Albath ist sehr angetan von diesem Krimi, der sich für die Aufklärung des Verbrechens nur am Rande interessiert, aber dafür anschaulich demonstriert, dass man "der Wirklichkeit nur noch mit der Groteske auf die Schliche kommen kann." Ihr gefällt, wie der Autor Pablo Tusset "falsche Fährten" in seine enigmatische Geschichte einbaut und sich dabei filmischer Mittel bedient. Das Ergebnis ist für Albath deutlich mehr als ein "typischer Krimi in postmoderner Manier". Allerdings gibt die Rezensentin potenziellen Lesern eine Warnung mit auf den Weg: Für die Lektüre braucht man ihrer Meinung nach "eine widerstandsfähige Psyche", angesichts mancher Gewaltexzesse.
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