Im Juli 1942 wird die jüdische Familie Deutschmann aus Köln zusammen mit tausenden anderen nach Minsk ins Ghetto deportiert. Zur gleichen Zeit erhält der junge Journalist Felix, dessen Freundin Hilde die Tochter der Familie Deutschmann ist, seine Abkommandierung zur "Minsker Zeitung", dem NS-Propagandablatt für das besetzte Weißrussland. Schon auf der Zugfahrt nach Minsk irritieren ihn schreckliche Szenen. Kaum angekommen, gerät er zwischen die Fronten: Sowohl der russische Widerstand als auch der völkisch-schöngeistige, aber brutale deutsche Generalkommissar Wilhelm Kube setzen ihn für ihre Zwecke unter Druck - denn sie wissen, dass er seine Freundin retten will...
"Der ganze Roman ist ein einziger Schmarren", verreißt Kultautor Wladimir Kaminer zusammen mit Helmut Höge dieses Werk über das Attentat auf den Generalkommissar von Weißruthenien Wilhelm Kube. Darüber hinaus sei - wie auch schon in Paul Kohls letztem Werk - alles mit "unerträglicher Landsererotik durchsetzt", schimpfen die beiden. Nein, der "Spezialist für den weißrussischen Widerstand und die deutsche Besatzungsmacht" Kohl hätte nicht tausend Handlungen mit zum Teil wahren Hintergründen in diesem Roman "zusammenrühren" sollen. Wäre es nach Kaminer und Höge gegangen, wäre der Autor besser bei seiner Forschung geblieben. Sehr angetan sind die beiden Rezensenten jedoch von einem anderen Buch, das sich ebenfalls mit dem Attentat auf Kube beschäftigt: "Das Blut" von Anatoli Asolski, das bisher nur auf russisch erschienen ist (Verlag Grant, Moskau 2001). Der "Sowjet-Schriftsteller" bediene nicht die "quasioffiziellen Kriegsmythen" und werde darum erst jetzt veröffentlicht. Auch wenn Kaminer und Höge sich mit expliziten Äußerungen sehr zurückhalten, entsteht in ihrer der Zusammenfassung der Eindruck eines lebendigen und spannenden Romans, bei dessen Lektüre man einiges über die Hintergründe des Attentats und die Zustände an der "deutschen Ostfront" erfährt, ohne belehrt zu werden.
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