Pauline de Bok

Das Schweigen der Frösche

oder Die Kunst, die Natur zu belauschen
Cover: Das Schweigen der Frösche
C.H. Beck Verlag, München 2022
ISBN 9783406781872
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. Tiere und Pflanzen zu sehen und ihre vielen Stimmen zu hören, erfordert eine besondere Aufmerksamkeit. Die Schriftstellerin Pauline de Bok berichtet von 18 Monaten in der Natur, in denen sie Vögel, Insekten, Säugetiere und Amphibien beobachtet, im Wechsel der Jahreszeiten, aber auch in einem längerfristigen Wandel. Der Tümpel neben ihrem Haus trocknet aus, die Frösche verschwinden, andere Arten wandern ein. Ihr Buch kreist um die große Frage unserer Zeit, wie das Menschentier einen verträglichen Platz in der Natur finden kann.Meist wird die Natur von einem unsichtbaren Beobachter "von außen" gesehen, gefilmt, beschrieben. Pauline de Bok setzt dagegen auf teilnehmende Beobachtung, als Tier unter Tieren. In "ihrem" Biotop in Mecklenburg, wo sie seit zwanzig Jahren in einem ehemaligen Kuhstall lebt, beobachtet sie Geburt, Paarung, Sterben und Tod, Fressen und Gefressenwerden vieler Tiere, belauscht Hirsche, Spatzen, Ringelnattern und Kraniche. Ihre große Kunst besteht darin, sich dabei selbst als aktiven Teil dieses Biotops zu sehen, in dem sie einheimische Pflanzen schützt, einen kleinen Ersatztümpel für Schwalben und Insekten anlegt, Waschbären fängt und sich als Gärtnerin, Sammlerin und Jägerin in die Nahrungskette einreiht. Ihr Buch ist eine wunderbar lesbare Schule der Wahrnehmung, des Sehens, Hörens, Riechens und Registrierens anderer Lebewesen, die uns den Spiegel vorhalten als der Spezies, die dabei ist, das eigene Biotop zu zerstören.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2022

Rezensentin Wiebke Hüster hält Pauline de Boks neues Buch für nahezu überflüssig. Dass die Autorin beim Töten eines gefangenen Waschbären in ihrer ländlichen Pandemie-Idylle über das Wort "Genickschuss" nachdenkt und alles, was historisch damit zusammenhängt, scheint Hüster degoutant. Davon abgesehen bietet das Buch im Stil des Nature-Writing Hüster auch nichts wirklich Neues. De Boks Klagen über den Klimawandel und ihre Beobachtungen zu Regenwürmern, Mäusen und Menschen findet Hüster zwar großteils unsentimental, dafür aber  allzu redselig und voller Redundanzen.

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