Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Marianne Gareis. Als der Jurastudent Paulo in seinem VW-Käfer die 14-jährige Autostopperin Maína mitnimmt, verändert sich das Leben der beiden. Das Mädchen aus dem Indianercamp an der Ausfallstraße von Porto Alegre und der politisch engagierte Sohn aus gutem Hause kommen sich schnell näher - und doch nie wirklich nahe; zu unterschiedlich sind die beiden Welten, die hier aufeinanderprallen. Erst Donato, ihrem gemeinsamen Kind, gelingt es, das Unvereinbare zusammenzubringen. Alleingelassen von Vater und Mutter, wächst er zu einem jungen Mann heran, der unwissentlich in die Fußstapfen seiner Eltern tritt: Die Stimme seiner Mutter im Ohr - auf einer Tonbandkassette mit Guaraní-Legenden -, entlarvt Donato die Selbstzufriedenheit einer ganzen Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 09.10.2013
"Eine Reise in eine nahende, aber noch utopische Zukunft" verspricht Rezensent Andreas Fanizadeh in seiner etwas kryptischen Besprechung von Paulo Scotts offenbar recht intensivem Roman über einen jungen Mann in Brasilien, der sich in ein noch jüngeres Mädchen verliebt. Der Rezensent berichtet von einem "wahnsinnig guten" Intermezzo in London, von Drogengebrauch und von geradezu irritierend direkten Figuren auf permanent existenzialistischem Konfrontationskurs. Das alles, so der Kritiker, ist vielschichtig angelegt, von einem universellen Anspruch getragen und letztendlich erzählerisch soweit vom Zufall angetrieben, dass die Geschichte im Grunde zu keinem Abschluss drängt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013
Viel Lob spendet Rezensentin Michaela Metz Paulo Scotts Roman "Unwirkliche Bewohner", der vom Schicksal der Indianer in Brasilien erzählt. Sie folgt hier zunächst dem brasilianischen Studenten Paulo, der autobiografische Züge des Autors trägt und eines Tages auf die junge, im Elend lebende Indianerin Maina trifft, der er unbedingt helfen will. Als diese seine Unterstützung ablehnt, lässt er sie schwanger zurück. Nach dem Selbstmord der jungen Maina wächst der gemeinsame Sohn als Adoptivkind in der gehobenen Mittelschicht Sao Paulos auf, beginnt aber bald nach seiner indianischen Identität zu suchen, berichtet die Kritikerin. Ergriffen liest die Rezensentin nicht nur, wie Scotts Figuren nach ihrem Platz in der Welt suchen, sondern sie erfährt in diesem eindrucksvollen Buch auch viel über das Brasilien der späten Achtziger Jahre.
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