Pedro Almodóvar

Der letzte Traum

Zwölf Erzählungen
Cover: Der letzte Traum
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783103975697
Gebunden, 224 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Angelica Ammar. Befreiung und Liebe sind die Lebensthemen von Pedro Almodóvar, einem der wichtigsten Filmemacher der Gegenwart. Mit zwölf Erzählungen betritt er nun die literarische Bühne: Sie handeln von Paradiesvögeln und inbrünstigen Sängerinnen, von Schicksalsschlägen und radikalen Zäsuren, sie verhandeln die Abgründe und die Schönheit des Lebens. Wie kein anderer mischt dieser große Geschichtenerzähler tiefe Melancholie und grellen Humor - nicht zuletzt im Blick auf sich selbst.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 14.05.2024

Man lernt viel über den Menschen Pedro Almodóvar in diesem Buch, findet Rezensent Dirk Fuhrig. Der Regisseur, der ursprünglich Schriftsteller werden wollte, legt nun einen Erzählband vor, der teils deutlich auf sein filmisches Werk verweist, in erster Linie aber, wie Fuhrig darlegt, auf Almodóvars biographische Prägungen Bezug nimmt. Eine Hommage an seine Mutter bringt der Autor ebenso in dem Buch unter wie eine Thematisierung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche, führt der Rezensent aus. Zentral geht es außerdem immer wieder um den Wunsch danach, zu schreiben, schließt Fuhrig, der sich in der Zukunft auch über einen Almodóvar-Roman freuen würde.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.05.2024

Rezensent Patrick Wellinski freut sich, dass jetzt endlich ein Band mit Erzählungen Pedro Almodovars vorliegt. Denn das Schreiben war, so Wellinski, für das Werk des spanischen Filmregisseur schon lange wichtig, und auch wenn sich Almodóvar in dem nun vorliegenden Band nicht unbedingt als großer Literat präsentiert, geben die Texte doch schöne Einblicke in zentrale Themen des filmischen Werks. Dazu zählen Homosexualität und starke Frauen, zählt Wellinski auf, aber auch die Nachwirkungen des spanischen Faschismus, der hier unter anderem durch eine Vampirgeschichte spukt. Insgesamt ist das ein offenherziges, dem Leben in all seinen Höhen und Tiefen verpflichtetes Buch, schließt Wellinski.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.04.2024

Vor allem für Fans des Regisseurs Pedro Almodóvar ist dieser Band interessant, so Rezensent Dominik Bloedner. Der Filmemacher greift darin in zwölf Texten auf viele, oft autobiografisch grundierte Motive zurück, die auch seine Filme prägen, beschreibt Bloedner. Unter anderem geht es um die Mutter des Autors, auch sein Alter Ego Patty Diphusa hat einen Auftritt. Eindrucksvoll und eindringlich ist das durchaus, findet Bloedner, allerdings gehen die Texte teilweise allzu sehr ins Detail, sprachlich rund ist das Ergebnis nicht immer. Insgesamt ist Almodóvar als Filmemacher doch begabter denn als Autor, so der nicht vollends überzeugte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.04.2024

Eine bunte, wilde Mischung präsentiert uns Pedro Almodóvar hier mit seinem Erzählband, so Rezensent Tobias Kniebe. Die Texte sind, lernen wir, in verschiedenen Phasen des Lebens des spanischen Filmregisseurs entstanden, teilweise datieren sie sogar vor dem Beginn seiner Kinokarriere. Kniebe gleicht die Geschichte mit Almodóvars Filmen ab und identifiziert sowohl Unterschiede als auch Parallelen: So entwirft der Autor einerseits gelegentlich großformatige Fantasy-Szenarien, die in seinen Filmen eher nicht zu finden sind, andererseits erkennt man in manchen Texten den Regisseur Almodóvar durchaus wieder, etwa, wenn eine autobiografische Internatserzählung seinen Film "Schlechte Erziehung" vorwegnimmt. Besonders nahe gehen Kniebe einige jüngere Texte Almodóvars, zum Beispiel einer über den Tod seiner Mutter. Insgesamt beeindruckend ist jedenfalls die Erzählfreudigkeit des Bandes, meint der Rezensent, der nach der Lektüre auf einen Almodóvar-Vampirfilm hofft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2024

Keineswegs ein spätberufener Schriftsteller ist Pedro Almodóvar laut Rezensent Jobst Welge: Der älteste Text des nun vorliegenden Erzählbands stammt aus dem Jahr 1967, reicht also weiter zurück als die Filmkarriere des heute 74 Jahre alten Regisseurs. Die jüngste der zwölf Erzählungen stammt wiederum aus dem Jahr 2022, und insgesamt stellen sie, schreibt Almodóvar Welge zufolge im Vorwort, eine Art Autobiografie dar. Wobei, so lesen wir, neben Texten, die an Almodóvars queeren Blick auf die Filmgeschichte anschließen, oder die Mutter des Autoren würdigen, auch Pastiche-artige Miniaturen vorkommen, die sich zum Beispiel beim Vampirroman bedienen. Gelegentlich ist das ein wenig angestrengt, findet Welge, aber die Freude am literarischen Experiment macht diesen vielseitigen Band insgesamt durchaus zu einem Lesevergnügen.

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