Aus dem Spanischen von Peter und Rainer Schultze-Kraft. Pedro Badrán erzählt die Geschichte eines vom Abriss bedrohten Hotels am Strand von Cartagena de Indias und damit die Geschichte all derer, die mit dem Hotel verbunden sind: Gäste, Eigentümer, Angestellte und Fans der mythischen Gestalt Tony Lafont, des Mannes mit der magischen Kamera, der verschwand und auf dessen Rückkehr alle warten.
Die Hauptpersonen sind eine geheimnisvolle hübsche Jongleurin, die auf der Suche nach Tony Lafont ist; ein junger Mann, der auf der Strasse Glück bringende Eulen aus Draht herstellt und sich im Hotel einnistet, wo er an Amöbenruhr erkrankt; Tony Lafonts Freund Charlie, der die Rezeption des Hotels betreut; Claudia Soraya, eine Touristin aus dem Landesinnern, die eine Liebschaft mit Tony Lafont hatte und im Meer ertrunken ist; der nur durch seine Polaroidfotos und Aufzeichnungen präsente Tony Lafont, der das ganze Universum, das er in dem Hotel verkörpert sieht, mit 3652 Fotos zu fassen kriegen will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2019
Dran bleiben lohnt sich, versichert Rezensent Hans Christoph Buch, der zwar mit Pedro Barans Roman zunächst einige Mühe hat, dann aber schnell der Sogkraft der Geschichte um ein heruntergekommenes kolumbianisches Hotel verfällt. Zuerst aber braucht der Kritiker Zeit, um das Stimmenwirrwarr der hier zusammengekommenen Hippies, Hobos und Gescheiterten auseinanderzuhalten; auch einige Logikfehler erschweren ihm die Lektüre. Bald aber erkennt Buch die Qualitäten dieser postmodernen, lateinamerikanischen Version von "Warten auf Godot" und möchte die Gruppe der Versammelten, die bei Sex, Drugs und Rock'n'Roll auf einen legendären Fotografen warten, gar nicht mehr verlassen.
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