Schlüsselwörter wie "Bahro", "Biermann" oder Dubcek" findet Thomas Kling zuhauf in Pentti Saarikoskis aus drei Zyklen bestehendem Spätwerk, und bestürzt fragt er: "Wer soll das jetzt lesen?" Die Übertragung des Finnen ins Deutsche geschehe "locker" zwanzig Jahre zu spät, die Gedichte seien nun mal ein "typisches Erzeugnis aus dem leidigen Geist der 70er Jahre". Mit dieser Alltagslyrik kann zumindest der hier rezensierende Dichter nichts mehr anfangen, mit dem Gefühl der "Schlechtdraufität", das damals in beiden Teilen Deutschlands vorherrschte, noch weniger. Vom Altphilologen Saarikoski hätte er sich auch mehr Überzeitlichkeit erwartet, die Ansätze, Antikes ins Werk einzuflechten, bleiben aber zu "raunend-unentschlossen". Und so verharre der Lyriker in seiner "larmoyant wirkenden Selbstinszenierung als finnischer Ovid im Exil".
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…