Aus dem Schwedischen von Hanns Grössel. Der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer ist ein Meister der Verknappung. Sein neuester Band, in Schweden ein Bestseller, versammelt die Texte der letzten Jahre: fünf Gedichte und eine Hand voll Haikus. "Es ist, als würde jeder Dreizeiler das Himmelsgewölbe neu erfinden", schreibt Aris Fioretos. "Tranströmer hat eine diebstahlsichere Fähigkeit, unerwartete Räume zu schaffen - stille Explosionen aus Freude und Trauer, Nischen für Verwunderung und Zuversicht."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.10.2005
Das große Rätsel und die kleine Form: In der Poesie, bekräftigt Alexander von Bormann, bilden sie eine Einheit. "Kurze Gedichte lassen viel offen und wahren ihre Geheimnisse." Und in diesem schönen und schmalen Band, mit dem Hanser den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer ehrt, ist es vor allem die kürzeste aller Gedichtformen, das Haiku, die den Ton angibt. Der Rezensent erklärt das auch mit der langjährigen Tätigkeit des Autors als "Psychologe an einer Strafanstalt", einem Ort also, wo sparsame, bedeutungsvolle Gesten mehr zählen als viele Worte. Bormann beschreibt die Gedichte als "Alterslyrik, die ihre Situation angenommen hat", schwerwiegend und schön.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.05.2005
Der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer sei in Deutschland ohne Hanns Grössel etwa so undenkbar wie Nabokov ohne Dieter E. Zimmer, spricht Nico Bleutge dem Übersetzer ein großes Kompliment aus. Grössel habe die schwierige Aufgabe, Tranströmers Haikus ins Deutsche zu übertragen, mit Bravour erledigt, indem er sich gegen die strenge Übertragung der Silbenzahl entschieden habe, berichtet Bleutge zustimmend. Das erlaube dem Übersetzer kleine Freiheiten, die den von Tranströmer ins Spiel gebrachten Bildern umso gerechter würden. Das Schönste an Tranströmers Haikus seien nämlich die fransigen Ränder, schwärmt Bleutge - an einer anderen Stelle spricht er von ihrer Durchsichtigkeit. Und gerade wegen ihre offenen Struktur ginge eine wohltuende Wärme von den Bildern aus, die alle eine in sich ruhende Metaphorik besäßen. Der Band enthält zwei Haiku-Zyklen, der eine davon sei bereits 1959 entstanden, so der Rezensent, und zeige den Dichter bereits auf der Höhe seines Könnens; der andere Zyklus wiederum bringe viele Motive zum Klingen, die aus Tranströmers bisherigem Schreiben rührten. Der Gedichttitel "Erregte Meditationen" erscheint Bleutge sehr passend für diese langsame, von den Rändern her reifende Lyrik, die sich im Glücksfall - einem schönen Haiku - zurückzunehmen weiß.
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