Aus dem Amerikanischen von Götz Pommer. Philadelphia, 1961. Die Fronten sind klar abgesteckt. Die Italiener haben auf der Straße das Sagen, die Iren kontrollieren die Gewerkschaften. Doch dieses prekäre Gleichgewicht gerät ins Wanken, als ein tragischer Unfall die Familie von Peter Flood zerstört. Der Junge wächst fortan bei seinem Onkel auf, einem brutalen Gewerkschaftsboss, der sich mit der Mafia anlegt. Lange Zeit gelingt es Peter, Distanz zu halten zur Gewalt, die in seiner Umgebung herrscht. Aber als der schwelende Konflikt zwischen dem Syndikat und der Gewerkschaft zu einem blutigen Bandenkrieg ausartet, muss auch er Stellung beziehen. Peters Onkel kommt bei einem Attentat ums Leben, sein Cousin Michael übernimmt die Führung der Gewerkschaft, und Peter ist gezwungen, ihm bei seinen schmutzigen Geschäften zur Hand zu gehen. Die beiden verstricken sich in einem Strudel aus Lügen und blinder Gewalt, und Peter beginnt zu ahnen, dass er nicht mit dem Leben davonkommen wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2015
Rezensent Thorsten Gräbe freut sich, dass Pete Dexters bereits 1991 erschienener Roman "Unter Brüdern" in einer überarbeiteten Übersetzung wiederentdeckt werden kann. Denn der Kritiker liest hier nicht nur gespannt die Geschichte der beiden Cousins Peter und Michael, deren Leben nach einer Familientragödie von Dexter in klugen und pointierten Episoden erzählt werden, sondern erhält auch ein verstörendes Bild Philadelphias, dem es an Nächstenliebe und Geschichtsbewusstsein mangelt. Ein fesselnder Roman voller Gewalt aber mit ebenso viel Herz geschrieben, schließt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.04.2015
Rezensentin Sylvia Staude schätzt diesen 1991 im englischen Original erschienenen Roman von Pete Dexter wegen einer bewegenden tragischen Figur im Mittelpunkt des Textes, der es nicht gelingt, seiner in allerlei Fatalitäten und mafiöse Machenschaften verwickelten Familie zu entkommen und ein rechtschaffenes Leben zu führen. Die zwischen 1961 und 1986 in Philadelphia spielende Geschichte erzählt der Autor mit gewohnt klarer und präziser Sprache, versichert Staude.
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