Aus dem Amerikanischen von Gisbert und Julian Haefs. Als Lucifer Dye nach einer dreimonatigen Haftstrafe in einem Hongkonger Gefängnis entlassen wird und einen falschen Pass, drei neue Anzüge und eine Abfindung in Höhe von 20.000 Dollar ausgehändigt bekommt, erfährt er, dass seine Karriere als Agent der US-Spionageabteilung Section Two endgültig beendet ist. Doch nur wenige Stunden nach seiner Ankunft in San Francisco tritt der junge, exzentrische Troubleshooter Victor Orcutt mit einem lukrativen Angebot an ihn heran: Dye soll die texanische Stadt Swankerton korrumpieren. An dessen Seite die ehemalige Prostituierte Carol Thackerty und der Ex-Polizeichef Homer Necessary. Während Orcutt von seiner Hotelsuite aus Regie führt, erschleicht sich Lucifer Dye dasVertrauen des inoffiziellen, von der Mafia unterstützten Oberhaupts von Swankerton, Ramsey Lynch, und bald fragen sich beide Parteien im Kampf um die Kontrolle der Stadt, auf welcher Seite der Ex-Spion eigentlich steht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2024
Große Freude hat Rezensentin Maria Wiesner an dieser Neuübersetzung eines Romans von Ross Thomas: Der Spion Lucifer Dye wird achtkantig aus seinem Job geworfen, erhält aber schnell eine neue Stelle, bei der er eine ganze Stadt in Texas korrumpieren soll. Die Handlung wird bei Thomas immer mit seinem Wissen über die "Hinterzimmer der Macht" unterfüttert, weiß Wiesner, denn er war Journalist und Politikberater. So sind seine Figuren gleichzeitig zynisch und höchst lebendig, schildert die Kritikerin. Auch die Übersetzung findet ihr Lob und so kann sie den spannenden Band nur empfehlen.
Rezensent Tobias Gohlis kennt wenige, ja vielleicht keinen einzigen Roman, der das Phänomen "Wahlkampf" in den USA so gekonnt, so präzise und so witzig auseinander nimmt und durchleuchtet, wie Ross Thomaes "Die Narren sind auf unserer Seite". Handlungsort ist eine fiktive Stadt in Texas kurz vor der Wahl, Handlungszeitraum sind die 1970er. Und der Held: Ein Ex-Geheimagent namens Lucifer Dye mit einer wirklich wahnwitzigen Biografie, die ihn zu dem "emotionalen Zombie" gemacht hat, als der er nun die Stadt unsicher macht. Was wir da zu lesen bekommen, so Gohlis, ist ein erstklassiger Politthriller, der sowohl aus dem Genre, als auch aus dem fantastischen Ouevre dieses fantastischen Autors heraussticht, mit seiner wunderbaren Lakonie und seinen fantastisch boshaften Dialogen. Dass wir diesen grandiosen Roman nun, 50 Jahre nach Erscheinen, auch in angemessen grandioser Übersetzung lesen können, ist eine große Freude, die wir den Übersetzern Gisbert und Julian Haefs zu verdanken haben, schließt Gohlis.
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