Peter Englunds "Menschheit am Nullpunkt" ist eine Sammlung historischer Essays, die auf unterschiedlichste Art das dunkle 20. Jahrhundert behandeln. Die Themen der einzelnen Kapitel reichen vom Ersten Weltkrieg, Ausgangspunkt und Urkatastrophe des Jahrhunderts, über den ebenso zerstörerischen Zweiten Weltkrieg bis hin zur totalitären Erfahrung in stalinistischer wie nationalsozialistischer Gestalt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.11.2001
Im Großen und Ganzen "interessant" findet Bettina Pflüger den Essayband des schwedischen Professors und Journalisten Peter Englund. Er versuche dem Leser in einem "historischen Bogen", der sich vom ersten Weltkrieg über den Holocaust bis hin zu dem Abwurf der zweiten Atombombe über Nagasaki spannt, die "grauenvolle Dynamik" menschlicher Abgründe zu vermitteln. Dies gelingt ihm auch, so Pflüger, da er als Schwede sozusagen "neutral auf der Zuschauerbühne der Geschichte" sitze und mit distanziertem Blick an die Katastrophen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnern könne. Der Autor verweise zudem auf die Abstumpfung des Zuschauers bzw. Lesers durch die Medienberichterstattung. Dies sind gewiss keine neuen Erkenntnisse, aber dennoch macht der Blickwinkel des Autors das Buch zu einer interessanten Darstellung "grauenhafter Entmenschlichung", meint Pflüger.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.11.2001
Herfried Münkler ist sehr beeindruckt von Peter Englunds Band über die Abgründe des 20. Jahrhunderts. "Seine historischen Essays", schreibt Münkler, "sind politische Lehrstücke im Stile der Moralistik: zutiefst pessimistisch, um zu verhindern, dass das Befürchtete eintritt." In fünf Abschnitten behandelt der schwedische Historiker Themen, die sinnfällig das Irritierende und Erklärungsbedürftige der Jahre zwischen 1914 und 1945 deutlich werden lassen: Die Schlacht bei Ypern im Ersten Weltkriegs, die gewaltigen Bauprojekte der Nationalsozialisten wie der Kommunisten, die Ermordung der Juden Europas im Vernichtungslager Belzec, die alliierten Bombenangriffe auf Hamburg und schließlich den Atombombenabwurf auf Nagasaki. Was aus diesen Essays entspringt, meint Münkler, sei weniger Erklärung, als vielmehr Erstaunen und Bestürzung. Aber darum genau gehe es Englund, wie Münkler ihn schon einmal vorsorglich gegen eventuelle Kritiker verteidigt. "Deswegen auch kann ihn jene hochmütige Kritik nicht treffen, die ihm vorhalten wird, er habe nur längst Erforschtes und Bekanntes in etwas veränderten Arrangements wiederholt. Denn das Arrangement ist es, was das Originäre an Englunds Darstellung ausmacht."
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