Seit fast 15 Jahren sind Peter Fischli und David Weiss auf der Suche nach dem idealen Bild. So entstand ein viele tausend Fotografien umfassendes Archiv, das sie für ihre Arbeit immer wieder nutzen (documenta X/Airports/Agglomeration etc.). 2800 in Gruppen und Reihen angeordnete farbige Fotos von Peter Fischli und David Weiss präsentieren uns erstmals ihre sichtbare Welt.
Andreas Ruby sieht in diesem Buch begeistert ein "Standardwerk einer 'Archäologie der Gegenwart'". Ruby erläutert, dass die beiden Fotografen anhand von 2800 Bildern nicht nur eine "virtuelle Weltreise" unternehmen, sondern dabei auch eine poetische Bildergeschichte erzählen. Doch diese Reise verläuft, so der Rezensent, nicht immer so linear, wie es auf den ersten Blick scheint, denn in einer Bilderstrecke über Paris etwa finden sich auch "unvermittelt Ansichten aus London und Berlin". Doch gerade darin liegt nach Ruby der Reiz, denn die Szenen sind so ähnlich, dass "unserer Wahrnehmung ihre Zusammenführung als möglich akzeptiert". Fischli und Weiss haben auf der ganzen Welt Orte fotografiert, die in mancher Hinsicht ähnlich sind, wie der Leser erfährt: "Wald, Meer, Stadt, Vorstadt, Flughafen, Gewerbegebiet". Das Interessante liegt für den Rezensenten in der sich "unmerklich abwandelnden Wiederholung (...), die das Gleiche immer wieder etwas anders aussehen lässt".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.11.2000
Pferde, Elefanten und Goldfische sind zu sehen. Das Künstlerbuch eines Tiernarren, könnte man meinen. Aber wenn Fischli und Weiss dahinter stecken, kommt ein Nilpferd eben "feuchtschillernd wie eine Essiggurke" daher. "Appetitlich wie es sein soll", meint Daniel Kothenschulte und ist sichtlich beglückt von der Art und Weise, in der das Schweizer Künstlerduo die sichtbare Welt vermißt. Auf vielen Hunderten Diapositiven und mit Hilfe der, wie Kothenschulte betont, "alles andere als oberflächlichen Reize" von Farben und Lichtstimmungen wird der gesamte Globus hinter den Ofen gesetzt. Ob der Vergleich der so zustande kommenden Klarheit mit der "vollendeten Homogenität" eines Ikeakatalogs, den der Rezensent in aufrichtiger Begeisterung zieht, der geeignete ist, sei allerdings dahingestellt.
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