Die vollständige Sammlung des lyrischen Werkes in den vom Dichter autorisierten Fassungen. Formvollendet und weltgewandt widmet sich Peter Hacks den menschlichen Angelegenheiten: von Liebe, Gesellschaft, Kunst, Privatem und Natur ist die Rede.
Mit mildem Spott, der jedoch keineswegs als Schadenfreude über die Veränderung der Lebensverhältnisse des Kollegen nach dem Fall der Mauer missverstanden werden kann, rezensiert Robert Gernhardt die Gedichte des Peter Hacks. Zunächst gibt er die Editionsgeschichte wieder: ein Buch, das zum vierzigsten, also letzten, Geburtstag der DDR 1988 erschien, nun jedoch um 70 Gedichte erweitert noch einmal vorgelegt wird. Keines der alten Gedichte ist weggelassen, so Gernhardt. Wiederfinden lassen sich Hack`sche Reime zum Lobe der DDR, auch einige Klagen über den Staat, den er immer nur milde kritisierte, und die ganze Ambivalenz spricht sich aus in einem halb-zufriedenen Lob der weniger "üblen" Hälfte Deutschlands beim Blick auf die noch üblere, sprich westliche. Robert Gernhardt zitiert ausführlich und führt Hacks im Originalton vor, ohne ihn zu denunzieren - im Gegenteil, nicht selten lobt er den Kollegen ganz ausdrücklich. Und selbst das Höhnische und Spöttische, das Hacks für das Nachwende-Deutschland nur übrig hat, scheint Gernhardt noch zu genießen. Erst ganz zum Schluss stolpert der Rezensent über eine Fußnote, durch die der Dichter ein Gedicht genau datiert und damit indirekt zur Kenntnis gibt, dieses Gedicht sei vor 1989 nicht publizierbar gewesen. Erst da fragt Gernhardt leise an, ob der Fall der Mauer denn angesichts dessen nicht doch ein kleines Lob verdient habe.
In einer etwas wirren Kritik findet Rüdiger Wartusch die neu aufgelegten Gedichte des Ost-Berliner Lyrikers Peter Hacks "irgendwie süß mit ihrem Apologetentum". Er nennt den Autor einen der "großen deutschen Nachkriegsdichter" und seine Verse sinnlich, komisch und zugleich feierlich. Später charakterisiert er sie als "heimelig wie einst ein Mauerschützenverein". Ist das ein Lob? Weniger zweideutig geht Wartusch mit der Edition Nautilus ins Gericht: "Sie bringt keinen Kommentar, kein Wort zu Rezeption und Umstrittenheit dieser Gedichte". Besonders übel nimmt er dem Verlag übel, dass er die Verse nicht datiert hat. Der Band unterscheidet sich immerhin von der Ausgabe im Aufbau Verlag (1988) durch "gut siebzig Ergänzungen". Allerdings fehlten die Kinderlieder.
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