Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.05.2001
Udo Scheer bescheinigt der Studie, die den Einsatz von Wehrmachtsangehörigen im Militär- und Polizeiwesen der DDR dokumentiert, "bemerkenswerte Einblicke" zu bieten. Er lobt die ca. 30 Biografien für ihre interessanten Informationen, die vor allem aus Akten der Gauck-Behörde stammen. Wenn Scheer auch durch die Einseitigkeit des zugrunde gelegten Quellenmaterials ein gewisses "Manko" beklagt - er hätte sich vor allem eine "umfassendere zeitgeschichtliche Einordnung" gewünscht - so ist er doch alles in allem sehr angetan von der Studie, die eindrücklich verdeutlicht, dass Wehrmachtsangehörige nicht selten in wichtige militärische Positionen aufgestiegen sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2001
So ganz ohne nationalsozialistische Altlasten kam auch die DDR nicht aus, berichtet Gunter Holzweissig. Das ist zwar längst bekannt, aber trotzdem hält der Rezensent die Studie von Peter Joachim Lapp für erhellend. Denn Lapp verknüpfe bereits publizierte Erkenntnisse mit neuen Informationen aus jetzt zugänglichen SED- und Ministerakten. Etwa fünf Prozent der Dienstherren im SED-Regime waren ehemalige Wehrmachtsoffiziere, darunter NSDAP-, SA- und SS-Mitglieder und ein ehrenamtlicher Richter am Volksgerichtshof, informiert Holzweissig. Das seien immerhin deutlich weniger als in der BRD - dort bestand die Bundeswehr in der Aufbauphase fast ausschließlich aus ehemaligen Wehrmachtsangehörigen, meint der Rezensent. Daher, wie im Titel suggeriert, Ulbrichts Helfer mit Hitlers Helfern zu vergleichen, findet Holzweissig denn auch deutlich überzogen. Der Autor bevorzuge überhaupt griffige Formulierungen, die er allerdings im Anmerkungsapparat, so der Rezensent, sorgfältig belegt.
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