Stefan Wolter

Hinterm Horizont allein - Der 'Prinz' von Prora

Erfahrungen eines NVA-Bausoldaten
Cover: Hinterm Horizont allein - Der 'Prinz' von Prora
Projekte Verlag, Halle 2005
ISBN 9783938227961
Gebunden, 350 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Prora ist heute bekannt für seinen feinen Sandstrand - und für seine gigantische "KdF-Anlage". Das im "Dritten Reich" geplante Seebad für 20.000 "Volksgenossen" wurde nie bezugsfertig. In den 1950er Jahren begann der Ausbau zu einem der großen Militärstandorte der DDR. Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, der in den Fängen des berüchtigten "Koloss' von Prora" erwachsen wird. Die Briefe und literarische Reflexionen offenbaren den täglichen Kampf um das Überleben des eigenen Stolzes. Ein Ringen, in dem sich eine immer enger werdende Freundschaft anbahnt ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.08.2006

Viel erfahren hat Jens-Peter Martens aus Stefan Wolters Bericht über seine Erfahrungen als Bausoldat auf der Baustelle des Fährhafens Mukran bei Prora auf Rügen. Zum einen beeindrucken den Rezensenten die kompetenten Informationen über die Gruppe der Bausoldaten, die den Dienst an der Waffe verweigerten und so in der NVA eine stigmatisierte Randgruppe bildeten. Zum anderen sei dieser mit einem "seltsamen Gemisch aus Komik und Bedrückung" verfasste Report ein Exempel für alle jene Mittdreißiger, deren Biografien durch das Zwangsregime der DDR früh und nachhaltig gestört wurden. Gut gefällt Martens auch, dass sich der heute als Journalist in Berlin lebende Wolter jeglichen Ausschlachtens des NVA-Motivs enthält.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2006

Enttäuscht zeigt sich Rezensent Frank Pergande von Stefan Wolters Erinnerungen an seine Zeit als NVA-Bausoldat auf Prora. Die Themen, die ihn wirklich interessiert hätten - etwa die geheimen Andachten in der Kaserne, die Reaktionen der Offiziere, die Überwachung der Bausoldaten - kommen für seinen Geschmack zu kurz. Überhaupt unterscheiden sich die von Wolter geschilderten Erfahrungen und Erlebnisse seines Erachtens kaum von dem, "was jeder beliebige Soldat in der DDR erlebt hat". Als "eigentliches Problem" des Buches aber macht Pergande seine "eitel geschwätzige spätpubertäre Prosa" aus. Viele Briefe und Gedichte Wolters sowie dessen Einlassungen zu seinem Sexualleben wären nach Ansicht Pergandes "besser unveröffentlicht geblieben".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.12.2005

Der - im Netz leider anonyme - Rezensent zeigt sich beeindruckt von diesem autobiografisch inspirierten Bericht eines auf Rügen stationierten Bausoldaten, der noch in der DDR den Wehrdienst verweigert hatte. Wie Stefan Wolter sein Erfahrungen aufbereitet, ist nicht nur die interessante Aufarbeitung eines Nischenthemas, sondern gleichzeitig Ausdruck der "Hoffnungen und Desillusionen eines Jugendlichen während der Endzeitstimmung der DDR", so der Rezensent. Dadurch öffne sich das Buch in Bandbreite und Wirkung über das eigentliche Thema hinaus.

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