Peter Nadas

Schattengeschichte - Lichtgeschichte

Fotografien
Cover: Schattengeschichte - Lichtgeschichte
Nimbus Verlag, Wädenswil am Zürichsee 2012
ISBN 9783907142691
Gebunden, 314 Seiten, 75,00 EUR

Klappentext

Mit einem Essay des Künstlers. Nach "Etwas Licht" (1999) und "Der eigene Tod" (2002) legt Péter Nádas zwei weitere Bände vor, die sein fotografisches Schaffen dokumentieren. "Schat­ten­­geschichte" ist der Schwarzweiß-Foto­gra­fie gewid­met und umfaßt 150 Bilder, die zwischen den 1960er und 1990er Jahren entstanden sind: Porträts, Land­schaften, Alltags­szenen. "Lichtgeschichte" versammelt Arbeiten, die über­wiegend aus den Jahren 1999 bis 2004 stammen, darunter seine bisher kaum be­kannten Polaroid-Arbeiten. Begleitet wer­den sie von einem Essay über das intuitive Sehen, in dem ein greiser japanischer Fotograf Abschied nimmt von der ana­logen Foto­grafie. Während in "Schattengeschichte" der dokumentarische, erzählerische Blick dominiert, lotet "Lichtge­schich­te" die Möglichkeiten und Grenzen der Farb­foto­grafie aus: Gegen­stand ist einzig das Licht, wie es in Luft und Raum sichtbar wird. Nádas entzieht sich allerdings der gängigen Bewer­tung, die dem Licht das Positive und dem Schatten Tristesse zu­schreibt. Denn unter den Bedingungen der Dikta­tur steht das Licht auch für die totalitäre Dro­hung, jeden privaten Winkel auszuleuchten. Seine Schwarz­weiß-Fotos aus je­ner Zeit rehabilitieren das Dunkel, das zwar bedrohlich, aber auch beschützend sein kann. Vorsichtig geht Nádas andererseits mit dem Licht um; nicht seine gleißende Pracht interessiert ihn, sondern der Strahl im Dunkel, der Details aufleuchten und die Dinge erkennen läßt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.10.2012

Der große Schriftsteller Péter Nádas ist auch ein großer Fotograf, erklärt Iris Radisch, die hier einen Band mit Fotografien von Nádas vorstellt, die der ungarische Autor Anfang 2000 gemacht hat, als er in einer Villa in Berlin-Grunewald über der Archivarbeit zu seinem Roman "Parallelgeschichten" verzweifelte. Während er sich mit Recherchen über das Dritte Reich quälte, fotografierte er "geheimnisvolle Lichter" wie die Sonnenstrahlen in einer Zimmerecke. Nádas, so Radisch, hat sich schon immer mehr für die "Reflexe auf den Dingen" als für die Dinge selbst interessiert. Das gelte für seine Fotos ebenso wie für seine Bücher. Zu dem Band gehört eine Erzählung, in der ein greiser "Lichtfotograf" das Verschwinden der analogen Fotografie beklagt, die allein das Geheimnisvolle und Unschuldige einfangen könne. Auch dies sagt für die sympathisierende Rezensentin so viel über den Autor wie über den Fotografen Nádas.
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