Aus dem Ungarischen von Heinrich Eisterer. In diesem Buch des großen ungarischen Autors und Photographen kommen Bild und Wort auf sehr eigene Art und Weise zusammen und bilden ein sensibles, fast mystisches Ensemble. Péter Nádas reflektiert in dem von Heinrich Eisterer übersetzten Text über den Dualismus von Leib und Seele, wobei er als Ausgangspunkt ein Zitat aus dem Johannesevangelium nimmt. Sein assoziativer Essay führt ihn über sein eigenes Nahoderlebnis zu einem Baum, der unweit von Gombosszeg steht, dem kleinen Dorf, in dem er seit Jahrzehnten lebt. Die dieser Edition erstmals veröffentlichten Digitalphotographien visualieren den Text sehr behutsam. Sie zeigen Lichtreflexe und Schattensituationen im Wohnhaus, die bei näherer Betrachtung Rätsel aufgeben, und konzentrieren sich im zweiten Zyklus während Dämmerung und Nacht auf fast magisch anmutende Situationen im Garten des Künstlers. Von diesem Buch gibt es eine Vorzugsausgabe in drei Varianten. Näheres dazu auf der Homepage des Verlags: www.verlag-tthomas-reche.de
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2026
1993 erlitt Péter Nádas einen Herzinfarkt auf offener Straße und war für drei Minuten klinisch tot. Wie Bilder aus dieser Erfahrung erscheinen dem Rezensenten Freddy Langer die hier versammelten Fotografien, die "Momentaufnahmen extremer Licht- und Schattenspiele" zeigen. Fotografiert hat Nádas Bäume oder auch Fensterkreuze, dabei verschmelzen Hell und Dunkel geradezu miteinander. So sieht der Kritiker etwa das flirrende, brennende Sonnenlicht tanzen. Dem Band sind drei Verse aus dem Johannesevangelium beigegeben, anhand derer Langer auch die metaphysische bzw. göttliche Intention der Bilder nachzuvollziehen versucht: Über die Grenzen der Bilder hinaus versucht Nádas die Grenzen der eigenen Bewusstseins zu überschreiten, um im "Gleißen der Göttlichkeit" zu landen, erklärt der Kritiker. In jene "Anderswelt" kann der Kritiker Nádas zwar nicht folgen, gefallen haben ihm die Bilder aber offenbar dennoch.
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