Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2009
Als Mischung aus Döblins "Berlin Alexanderplatz" und Agitprop-Literatur erscheint Peter Urban-Halle der aus dem Jahr 1956 stammende Roman des Dänen Peter Seeberg. Das ist durchaus wohlwollend gemeint, denn neben einigen "pastos und viril" wirkenden Szenerien, entdeckt der Rezensent in diesem Buch "Indizien für tiefere Daseinsfragen", eine Welt aus realistischem Material, aber mit symbolischem Kern. Zwar hat Urban-Halle einige Mühe, die hauptsächlich durch ihre Rede konturierten Figuren ("Zwangsrekrutierte aus ganz Europa") auseinanderzuhalten, doch wird die Atmosphäre im Berlin von 1943 für ihn spürbar durch Seebergs nüchternen Stil.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…