Peter Widmer

Der Eigenname und seine Buchstaben

Psychoanalytische und andere Untersuchungen
Cover: Der Eigenname und seine Buchstaben
Transcript Verlag, Bielefeld 2010
ISBN 9783837616200
Kartoniert, 288 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Dem Eigennamen (Vorname und Familienname) kommt - wie dem Spiegelbild - eine strukturierende Funktion für das kulturelle Leben und die Konstitution der subjektiven Realität zu. Von den Sozial- und Sprachwissenschaften ebenso wie von Geschichte, Philosophie und Psychoanalyse bisher erstaunlicherweise stiefmütterlich behandelt, finden sich in der Belletristik und in psychoanalytischen Fallberichten interessante Zeugnisse, von welch grundlegender Bedeutung der Eigenname und seine Buchstaben für jedes Subjekt sind. Peter Widmer macht dieses Material für die Psychoanalyse Freuds und Lacans fruchtbar.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2011

Gar keine schlechte Idee zu versuchen, dem Eigennamen auf seine psychoanalytischen Schliche zu kommen, findet Bettina Engels. Und nimmt sich die Monografie des Psychoanalytikers Peter Widmer mit großem Erkenntnishunger vor. Mal sehen, was der Eigenname in puncto Selbstbild so hergibt. Die Buchstaben lässt Engels lieber beiseite, zu undurchsichtig bleibt der Autor hier, meint sie. Widmers Argumente für eine namensseitliche Formung der kindlichen Psyche aber schaut sie sich ganz genau an und entdeckt die theoretische Anknüpfung Widmers an Lacans spiegelbildliche Geburt des Ichs aus dem Geiste der Entfremdung. Und hier wiederum liegt für sie das Verdienst des Bandes, im Unterlaufen der Lacan'schen Begriffsopposition symbolisch/imaginär durch die Vermutung, auch der Name könne die prägende Funktion des Spiegels übernehmen. Für Engels eine moderne Interpretation von Lacans Spiegelbildtheorem, in dem das Ich als Illusion erscheint. Etwas schade findet sie nur, dass Widmers Indizien bei der psychoanalytischen Erkundung des Nachnamens "eher disparat" ausfallen.

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