Andreas Cremonini

Die Durchquerung des Cogito

Lacan contra Sartre
Cover: Die Durchquerung des Cogito
Wilhelm Fink Verlag, München 2003
ISBN 9783770538836
Kartoniert, 286 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Das Oeuvre des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan gilt gemeinhin als schwer zugänglich, unverständlich und dunkel. Selten wird jedoch nach den Gründen dieser Dunkelheit gefragt. Die vorliegende Arbeit versucht, hier einen etwas anderen Akzent zu setzen. Sie skizziert zunächst die vielbeklagte obscuritas des lacanschen Werkes als Konsequenz einer für die Psychoanalyse zwingenden systematischen Komplikation, um sodann in einem ausführlichen exegetischen Teil diese systematische Figur an Sartres Theorie des präreflexiven Cogito von 1943 zu bewähren.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.03.2004

Psychoanalyse und Philosophie waren sich nie grün, behauptet Michael Mayer und lässt gleich zwei Ausnahmen die Regel bestätigen: einmal Sigmund Freud selbst, der heimlich der philosophischen Lektüre gefrönt haben soll, und Jacques Lacan, der sich mit "bemerkenswerter Offensivität", meint Mayer, mit der philosophischen Tradition auseinandergesetzt habe. Dass diese Auseinandersetzung von Seiten Lacans durchaus systematisch stattgefunden habe, werde häufig von dessen eigenwilliger "Anverwandlung" philosophischer Begriffe überschattet, so Mayer. Die von ihm vorgestellte Arbeit Andreas Cremoninis hat genau dieses systematische Vorgehen Lacans zum Ausgangspunkt. Der Verfasser sei zu der verblüffenden These gelangt, unterbreitet uns Mayer, dass die Psychoanalyse bei Lacan als "Wissenschaft des Unbewussten" und damit empirisch Nichtgreifbaren nur "im Durchgang durch angrenzende Wissenschaftsfelder" zu erforschen und zu verstehen sei. Diese These stütze Cremonini auf eine "erhellende Exegese" von Lacans Auseinandersetzung mit der Sartreschen Philosophie, resümiert Mayer, die sich am spätreflexiven Bewusstsein abgearbeitet habe. Deutlich werde dabei, wie sehr Lacan seinem Verständnis von Psychoanalyse als Wissenschaft einen dialogischen Charakter verliehen habe, das Freuds "Topographie des inneren Afrika" in eine "Psychoanalyse des Zwischen" verwandelt habe, rühmt Mayer.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…