Das Oeuvre des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan gilt gemeinhin als schwer zugänglich, unverständlich und dunkel. Selten wird jedoch nach den Gründen dieser Dunkelheit gefragt. Die vorliegende Arbeit versucht, hier einen etwas anderen Akzent zu setzen. Sie skizziert zunächst die vielbeklagte obscuritas des lacanschen Werkes als Konsequenz einer für die Psychoanalyse zwingenden systematischen Komplikation, um sodann in einem ausführlichen exegetischen Teil diese systematische Figur an Sartres Theorie des präreflexiven Cogito von 1943 zu bewähren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.03.2004
Psychoanalyse und Philosophie waren sich nie grün, behauptet Michael Mayer und lässt gleich zwei Ausnahmen die Regel bestätigen: einmal Sigmund Freud selbst, der heimlich der philosophischen Lektüre gefrönt haben soll, und Jacques Lacan, der sich mit "bemerkenswerter Offensivität", meint Mayer, mit der philosophischen Tradition auseinandergesetzt habe. Dass diese Auseinandersetzung von Seiten Lacans durchaus systematisch stattgefunden habe, werde häufig von dessen eigenwilliger "Anverwandlung" philosophischer Begriffe überschattet, so Mayer. Die von ihm vorgestellte Arbeit Andreas Cremoninis hat genau dieses systematische Vorgehen Lacans zum Ausgangspunkt. Der Verfasser sei zu der verblüffenden These gelangt, unterbreitet uns Mayer, dass die Psychoanalyse bei Lacan als "Wissenschaft des Unbewussten" und damit empirisch Nichtgreifbaren nur "im Durchgang durch angrenzende Wissenschaftsfelder" zu erforschen und zu verstehen sei. Diese These stütze Cremonini auf eine "erhellende Exegese" von Lacans Auseinandersetzung mit der Sartreschen Philosophie, resümiert Mayer, die sich am spätreflexiven Bewusstsein abgearbeitet habe. Deutlich werde dabei, wie sehr Lacan seinem Verständnis von Psychoanalyse als Wissenschaft einen dialogischen Charakter verliehen habe, das Freuds "Topographie des inneren Afrika" in eine "Psychoanalyse des Zwischen" verwandelt habe, rühmt Mayer.
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