Friedrich Wilhelm von Loebell (1855-1931) war eine zentrale politische Figur der spätwilhelminischen Ära, als Chef der Reichskanzlei unter dem Reichskanzler Bernhard von Bülow (1904-1909) wie auch als Preußischer Innenminister (1914-1917) in der Regierung des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg, und kann als der eigentliche Schöpfer der Bülowschen liberalkonservativen Blockpolitik gelten. Geprägt von einem rückwärtsgewandten aristokratisch-preußischen Weltbild und antisozialistischen Ressentiments, trug er während der Vorkriegszeit und der ersten Kriegsjahre dazu bei, eine moderne innenpolitische Entwicklung in Deutschland zu verhindern. Diesen politischen Kurs setzte er auch in der Weimarer Republik fort, indem er als Präsident des Reichsbürgerrats und des Reichsblocks die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten in die Wege leitete.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2017
Christoph Nübel liest diese Dokumente mit großem Interesse. Sie beweisen für ihn schlaglichthaft in der Person eines hohen erzkonservativen Politikers des Wilhelminismus, wie bestimmte ideologische Verfestigungen - Ablehnung eines gleichen Wahlrechts in Preußen - den Untergang der Monarchie beschleunigten, die Friedrich Wilhelm von Loebell doch bewahren wollte. Über viele Fragen vor dem Ersten Weltkrieg und während des von Loebell so genannten "gewaltigen Geschehens" erhält Nübel hier Aufschluss. Loebell habe sich bis zu einem gewissen Grad als anpassungsfähiger Politiker erwiesen - am Ende aber hat ihn das gewaltige Geschehen fortgespült. Die Kommentierung der Ausgabe sei vorzüglich, das Register leider lückenhaft, so Nübel in seiner insgesamt positiven Kritik.
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